Montag, 4. Dezember 2017

Das vierte Türchen


Während ich heute bei der großen Schullesung zum Weltaidstag bin, habe ich noch einen kleinen Bericht über die Fahrt nach Kassel für euch.
Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich so etwas wie ein "Lesereisefeeling" hatte. Das ist es, von dem ich irgendwie noch immer träume. Eine echte Lesereise, von einer Stadt zur nächsten, am liebsten einmal quer durch Deutschland. Vermutlich wird es ein Traum bleiben, aber Kassel hat mir zumindest einen kleinen Eindruck verschafft.

Ich habe mich also ganz allein auf den Weg gemacht. Obwohl ich im Grunde gar kein Gepäck gebraucht hätte, war meine Tasche voll mit Büchern und Werbematerial und deshalb auch recht schwer. Während der Fahrt habe ich noch einmal die Stellen markiert, die ich lesen möchte und im Kopf einen gewissen Ablaufplan entwickelt. Auch wenn ich schon einige Male aus "Positiv verliebt" gelesen habe, so ist es doch immer wieder aufregend und neu. Mein erstes Buchbaby mit HIV, diese besondere Geschichte, an der ich hänge und in der so viel Herzblut und Liebe steckt. Ich schätze, es wird wohl immer Bücher geben, mit denen man sich auf ganz besondere Weise verbunden fühlt, Fabian und Jakob gehören auf jeden Fall dazu.
Nach knapp vier Stunden Fahrt und einer kleinen Verspätung kam ich endlich auf dem Bahnhof in Kassel an und meine Aufregung sprang quasi direkt von null auf hundert. Das änderte sich jedoch ebenso schnell wieder, weil ich so herzlich empfangen wurde und der Sympathiefunke sofort übergesprungen ist. Deshalb danke ich Conny an dieser Stelle noch einmal für die wunderbare Zeit in Kassel.

Das Café Hahn, in dem die Lesung stattfand, hat mich ebenso herzlich empfangen. Ein wundeschönes, gemütliches und charmantes Café. Spätestens in diesem Moment habe ich mich so richtig auf die Lesung gefreut und darauf gehofft, dass auch einige Zuhörer erscheinen.
Das ist wohl immer das größte Problem bei Lesungen. Die meisten Menschen sind leider nicht wirklich daran interesssiert. Nicht nur bei mir ... Ich habe schon Lesungen von ganz anderen, viel bedeutenderen Autoren erlebt, die nur schwach besucht waren.
Aber an diesem Abend gab es Zuhörer. Auch wenn man immer behaupten kann, es könnten mehr sein, war ich durchaus zufrieden. Das Publikum war bunt gemischt, die Stimmung gut und ich habe mich auf dem bequemen Sofa wohlgefühlt.
Es ist toll, wenn man merkt, dass man die Zuhörer mitnimmt, dass sie dabei sind und auch auf den Text reagieren. Lustig und vielleicht anfänglich auch ein bisschen irritierend war ein Mann, der immer wieder gelacht hat, auch wenn ich persönlich die Stellen gar nicht so lustig empfand. In der Pause erklärte er mir dann jedoch, dass der Text genau seine Empfindungen und gewissermaßen auch sein Verhalten wenn er verliebt ist, wiedergespiegelt hat. ER konnte es kaum glauben. Und dann noch von einer Frau! Ich konnte mir an dieser Stelle ein breites Grinsen nicht verkneifen.
Ich glaube, es war eine gute Lesung.
"Erfrischend und unterhaltsam", sagte eine Frau am Ende zu mir.

Nach der Lesung haben mir Conny, Lukas und eine weitere Frau (leider habe ich den Namen vergessen, weil ich ein wirklich furchtbares Namensgedächtnis habe) noch ein bisschen von Kassels Innenstadt gezeigt. Wir waren zusammen essen, bevor sie mich schließlich in meinem Hotel ablieferten. Es war ein unterhaltsamer Abend, der mir viel Spaß gemacht hat.
An dieser Stelle bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich für die Einladung beim CSD Kassel e.V., die wunderbare Betreuung durch Conny, das Sponsoring der Engel-Apotheke und natürlich auch beim Café Hahn für den schönen Leseort und die Bewirtung.
Außerdem habe ich jetzt Theo, den diesjährigen Bär der Aidshilfe. Jetzt ist mein bisher einziges Aidshilfebärchen nicht mehr so allein. 

Bis der Bus mich am Mittwoch wieder nach Hause gebracht hat, war ich noch ein bisschen Shoppen und habe festgestellt, dass Kassel durchaus eine zweite Reise wert ist. Vielleicht ergibt sich noch mal eine Möglichkeit.

Hatte ich in diesem Post eigentlich erwähnt wie gern ich lese? Trotz aller Aufregung und Panik im Vorfeld, ist es für mich beinahe noch schöner als das Schreiben, vor Leuten zu sitzen und ihnen von aus meinen Büchern vorzulesen.


Kommentare:

  1. Wir wären so gerne bei mehr Lesungen dabei, denn ich mag sie total und irgendwie haben Karo-Lesungen jetzt ja auch einen ganz besonderen Stellenwert ;) Allerdings haben wir ja schon festgestellt, dass es echt ein weiter Weg ist und deine Lesungen daher leider auch selten in der Nähe stattfinden.
    Aber es freut mich immer wieder, dass es dir so viel Spaß macht und du dich so sehr engagierst.
    LG Bianca

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  2. Super so schade das es immer so eine weite Entfernung ist
    Aber Hauptsache es macht dir richtig Spaß wüsste jetzt nicht ob ich das so könnte
    Lg Ines

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