Donnerstag, 2. November 2017

Autoreninterview zur Buch Berlin Teil 2

Und schon ist wieder eine Woche um und die Buch Berlin rückt beständig näher. Noch 24 Tage bis sich die Türen im Hotel Estrel öffnen, 23 bis ich mich auf den Weg nach Berlin mache.
Ich bin schon mega gespannt!

Aber heute geht es nicht um mich, sondern um die nächste meiner Mitstreiterinnen am Messestand. Ich bin wirklich froh, sie kennnengelernt zu haben, denn seitdem haben meine Bücher so wunderschöne "Gesichter" bekommen. Ich liebe die Cover. Damit ist es wohl klar, dass heute Caro Sodar aus dem "Nähkästchen" plaudert.

An dieser Stelle verrate ich euch, dass sich Caro auch einige, überaus schöne Sachen für die Messe hat einfallen lassen. Schaut also unbedingt an unserem Stand vorbei.

Hier kommt das Autoreninterview mit Caro Sodar. 
Vielen Dank, dass du dir für die Fragen Zeit genommen hast. 



Interview Caro Sodar
Autorenseite auf Amazon

1.Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Seit wann schreibst du? Was für Hobbys hast du? Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?

Das Schreiben ist nur ein Hobby, neben meinem Fulltime-Job. Und damit habe ich auch schon zwei Fragen zugleich beantwortet. Neben dem Schreiben bleibt kaum Zeit für andere Hobbys, aber das ist nicht schlimm, denn ich tue es gern. Angefangen damit habe ich Ende 2013.
Ich wurde in Leipzig geboren und habe viele Jahre in Köln gewohnt. Heute lebe ich in Berlin und liebe die Stadt, die so viel zu bieten hat.

2.Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?

Eigentlich hatte ich bloß eine Kurzgeschichte mit knapp 3.000 Worten geplant und dann ist irgendwie ein Selbstläufer daraus geworfen.

3.Gibt es Kinder- oder Jugendbücher, die dich besonders geprägt haben und an die du heute noch gern denkst oder sie immer mal wieder liest?

Ich mochte besonders Bücher, in denen die Kinder Spaß haben und viele Streiche aushecken. Hanni & Nanni oder Lilly & Lotte - Zwei lustige Racker (von 1932 in altdeutscher Schrift). Viel später, als ich schon erwachsen (oder so etwas in der Art) war, habe ich Harry Potter verschlungen. Für die Filme habe ich immer noch eine Schwäche.

4.Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?

Nein, zumindest nicht bewusst. Aber ich denke, dass man automatisch einiges übernimmt, wenn man beispielsweise von einem Schreibstil besonders angesprochen wird. Manche Geschichten motivieren mich auf jeden Fall dazu, selber loszuschreiben.

5.Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?

Eine Idee haben und sie aufschreiben.

6.Woher bekommst du deine Ideen?

Aus dem Alltag. Kleine Begebenheiten und Erlebnisse formen sich zu einer Handlung. Manchmal beobachte ich fremde Menschen und es fällt mir eine Geschichte zu ihnen ein.

7.Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen?

Nein, so was brauche ich nicht.

8.Gibt es etwas, dass dir beim Schreiben besonders schwer fällt?

Über Themen zu schreiben, von denen ich persönlich keine Ahnung habe und die mir trotz intensiver Recherche fremd sind.

9.Kaffee, Tee, Schokolade, Musik, Ruhe … Was gehört für dich zum Schreiben dazu?

Das wechselt mit meiner Stimmung. Ich brauche weder ständig Schokolade neben der Tastatur, noch gibt es eine bestimmte Musik die ich beim Schreiben höre. 
 
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10.Gehörst du auch zu denen, die immer und überall Block und Stift zur Hand haben, damit sie jede Idee sofort aufschreiben können?

Wenn, dann tippe ich die Idee ins Handy ein. 😉 Meist kann ich es mir aber auch für eine Weile merken.

11.Was verhagelt dir das Schreibvergnügen?

Arbeit, ein klingendes Telefon, Kopfschmerzen …

12.Denkst du beim Schreiben über Klischees nach?

Eine Zeitlang habe ich ständig über Klischees, Satzbau und Spannungsbögen nachgedacht. Das hat mich ganz nervös gemacht und mir den Spaß am Schreiben verhagelt. Also habe ich das alles beiseitegeschoben und einfach wieder aufgeschrieben, was ich fühle. Dabei habe ich festgestellt, dass meine Helden dadurch viel natürlicher wirken. Das gefällt mir besser.

13.Wenn du einen Charakter entwickelst, bekommt er bei dir eine reale Vorlage bzw. ein Gesicht? (ein Schauspieler, Musiker, irgendjemand, den du kennst oder ein Stockfoto)?

Ja, sofort. Ich brauche ein Gesicht, um den Charakter zu beschreiben und mich mit ihm zu identifizieren. Meist habe ich schon ein Cover erstellt und den Titel gewählt, bevor das erste Kapitel geschrieben ist.

14.An welchem deiner eigenen Charaktere hängt dein Herz ganz besonders. Was macht ihn/sie so besonders für dich?

Nach einigen Kurzgeschichten, schrieb ich meine erste längere Story, die zur Wende in Leipzig beginnt. Daraus ist eine ganze Serie entstanden, in der Charlie, ein süßer Engländer, immer wieder eine der Hauptrollen übernimmt. Ich weiß gar nicht genau, wieso mir die Erlebnisse dieses Charakters so leicht von der Hand gehen, aber ich mag ihn einfach schrecklich gern.

15.Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

Natürlich, denn oft entwickeln sie sich beim Schreiben weiter und schlagen gelegentlich völlig andere Richtungen als anfangs geplant ein. Das macht es ja gerade so spannend. Als würde man einen Film sehen, mit dessen Ende man niemals gerechnet hat. 

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16.Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

Wer behauptet, dass ihn Kritik nicht trifft, hat entweder ein unglaublich dickes Fell oder er schwindelt sich selber etwas vor. Es gibt definitiv zwei Arten von Kritik. Kritische Kommentare, mit denen ich sehr gut leben kann, sind solche, wo der Leser erklärt, was ihm an der Handlung oder den Charakteren nicht gefallen hat. Sind die Emotionen nicht bei ihm angekommen, mochte er die Protagonisten nicht oder hat man eventuell sogar einen heftigen Logikfehler übersehen? Völlig menschlich und gerechtfertigt. Was ich schrecklich finde, sind ein oder zwei Sätze, in denen die wochen- oder sogar monatelange Arbeit, mit abfälligen Worten niedergewalzt wird.

Hier ein Beispiel:

Es sind Kurzromane, die mir nicht gefallen. Ich bevorzuge lieber längere Geschichten. Außerdem fand ich die Geschichten nicht gut genug

Solche Kommentare braucht kein Mensch. 😊

17. Zum Schluss bin ich neugierig: Schreibst du an einem neuen Buch? Wenn ja, verrätst du uns den Arbeitstitel? Woher kam die Idee dazu? Hast du schon eine kleine Kostprobe (ein Satz oder einen Absatz) für uns?

Oh ja, an etlichen. Es gibt zu allen eine schlaue Excel-Tabelle mit Charakteren und groben Handlungsbögen und es gibt zu jeder ein oder zwei Kapitel. (Vielleicht sollte ich alle Anfänge zu einer Geschichte zusammenwerfen *lach*)

Ich weiß noch nicht, ob diese hier das Rennen macht, aber versuchen wir es mal. Sie wird „Robin hinter der Mauer“ heißen und hier sind die ersten Sätze:

Westberlin, Sommer 1987

Du willst an den Plattensee?“ Robin veränderte die liegende Position auf dem Sofa seines besten Freundes und setzte sich auf. „Wir leben hier, eingeschlossen vom sozialistischen Affen- und Blödmannsstaat, da möchte ich meinen wohlverdienten Urlaub bestimmt an keinem Ort verbringen, wo es höchstens drei Sorten Wurst und wässrige Butter zur Auswahl gibt. Außerdem hasse ich Muckefuck.“ Demonstrativ steckte sich Robin einen Finger in den Hals und tat so, als müsse er würgen. Sein bester Freund, der ihm gegenübersaß, schlug elegant seine langen Beine übereinander und lehnte sich mit einem Arm auf die Lehne des samtbezogenen Sessels.
Robin Blomdaal, du bist schlimmer als ein kleines Kind. Davon abgesehen, dass man in Ungarn fantastischen Kaffee und eine große Auswahl an Wurst- sowie Käsesorten erhält, kostet uns eine Luxusunterkunft nicht mehr als ‘nen Apfel und ein Ei. Wenn sich seit gestern an deiner desaströsen Finanzlage nichts geändert hat, sollte dir mein Vorschlag eigentlich entgegenkommen.“



Das wars, die letzte Frage ist beantwortet. Ich schicke euch viele Grüße und vielleicht treffen wir uns ja auf der Berliner Buchmesse. Es würde mich freuen.

Caro 

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Wenn ihr mehr über Caro und ihre Bücher erfahren möchtet, dann schaut doch gern mal auf ihrer Webseite vorbei:  Caro Sodar
oder besucht sie auf bookrix. 

In der nächsten Woche erwartet euch ein weiteres bzw. letztes Interview.   


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