Donnerstag, 26. Oktober 2017

Autoreninterview zur Buch Berlin

Es dauert nicht mehr lange bis zur Buch Berlin im November.
Ich freue mich total auf die Messe, nicht nur, weil ich einen eigenen Stand haben werde, sondern weil die Buchmesse in Berlin wirklich etwas ganz Besonderes ist. Ihr solltet euch dieses Wochenende nicht entgehen lassen, denn die meisten Autoren aus dem Gay-Romance- Bereich werden anwesend sein.
Ein paar Informationen habe ich schon hiergelassen. Ihr findet sie hinter dem Button "Messeabenteuer". Dort gibt es auch einen Link zu unserer Veranstaltung auf Facebook. Schaut gern dort vorbei. Es gibt bald eine kleine Überraschung für alle Teilnehmer.

Heute möchte ich euch die erste meiner drei Mitstreiterinnen vorstellen. Ich habe mit ihnen kleine Interviews geführt und werde sie hier in den  nächsten Wochen posten.

Den Anfang macht Sitala Helki. 
Vielen Dank für das wunderbare Interview!




Interview mit Sitala Helki
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1.Erzähl ein bisschen was über dich. Wo kommst du her? Seit wann schreibst du? Was für Hobbys hast du?Schreibst du hauptberuflich oder hast du einen „Brot-Job“?

Ich schreibe unter dem Pseudonym Sitala Helki überwiegend Gay Romance. Ursprünglich komme ich aus Lüneburg. Dort bin ich geboren und aufgewachsen. Zum Studium ging es nach Braunschweig und mittlerweile bin ich seit 10 Jahren (der Liebe wegen ;) ) in Berlin heimisch geworden.
Geschrieben habe ich schon in meiner Jugend; damals bevorzugt in langweiligen Unterrichtsstunden *hust*. Angefangen hat es damit, dass ich Filme oder Serien für mich umgeschrieben habe. Teilweise mussten auch Klassenkameraden „dran glauben“, die nie etwas von ihrem Glück erfahren haben *lach*. Wobei ich mit Vorliebe die Jungs miteinander verkuppelt habe. Während des Studiums ist dieses Hobby vollkommen in Vergessenheit geraten und erst als ich schon längst im Berufsleben stand, verspürte ich wieder den Drang dazu. Schuld daran war die Liebesgeschichte von Lenny und Carsten (bei GZSZ *hust*). Damals war ich ständig im Internet auf der Suche nach Informationen, wie es mit den beiden weitergeht. Dadurch bin ich zufällig auf fanfiktion.de gestoßen. Die Fülle an Geschichten dort beflügelte meine eigene Fantasie, wodurch ich wieder richtig Spaß am Schreiben bekam.
Ich schreibe nicht hauptberuflich, sondern habe noch einen Brotjob. Diesen würde ich auch nicht aufgeben wollen. Zum einen mache ich diesen gern. Außerdem wäre mir eine finanzielle Abhängigkeit vom Schreiben allein viel zu unsicher und ich fürchte, dass sich eine Blockade aufbauen könnte, wenn ich plötzlich schreiben muss, auch wenn ich keine Lust dazu habe. Das würde es mir vermutlich ziemlich verleiden. Somit kann man das Schreiben als mein zeitintensivstes Hobby ansehen. Dazu kommt noch das Lesen und Tanzen. Mein Mann und ich tanzen in einem Verein (ganz klassisch Standard und Latein) – allerdings als reines Hobby. Man wird uns nie auf irgendwelchen Turnieren sehen können ;)

2.Was hat dich dazu gebracht mit dem Schreiben anzufangen?

Den Auslöser damals in meiner Jugend kann ich nicht mehr benennen. Vermutlich war es irgendeine Star Trek-Folge, deren Verlauf mich genervt hat *lach*.
Später waren, wie gesagt, Lenny und Carsten Schuld. Erst erzählte ich einfach nur ihre Geschichte nach, dann schrieb ich sie um und als mir das Setting zu starr wurde, wechselte ich zur freien Prosa, veränderte Namen und Begebenheiten.

3.Gibt es Kinder- oder Jugendbücher, die dich besonders geprägt haben und an die du heute noch gern denkst oder sie immer mal wieder liest?

Das einzige Buch, an das ich mich erinnern kann, es als Kind gelesen zu haben, war die „Unendliche Geschichte“. Als Jugendliche habe ich mich dann eher an den Büchern meines großen Bruders vergriffen (Stephen King). Da ich keine Thriller schreibem, scheinen sie mich in dieser Hinsicht wohl nicht allzu sehr geprägt zu haben.

4.Lässt du dich auch von anderen Autoren inspirieren?

Nicht bewusst. Man wird sicher beeinflusst, vor allem, wenn man viel liest. Und es kann durchaus vorkommen, dass ein einziger Satz oder auch nur ein Wort in einem Buch plötzlich Ideen für meine eigene Geschichte hervorrufen.

5.Welche Herangehensweise bevorzugst du bei deinen Geschichten?

*lach* Ich bin ja immer noch auf der Suche nach der richtigen Herangehensweise. Meist sieht es so aus: Mir kommt eine Idee für einen Anfang. Ich setze mich hin und schreibe diesen auf. Manchmal kann ich einfach weiterschreiben, doch meist bleibe ich quasi stecken. Dann sitze ich entweder einfach weiter am Laptop und nerve mich selbst oder mache etwas völlig anderes (Hausarbeit oder so *grusel*). Dabei entwickle ich den Plot im Kopf weiter. Bei Kurzgeschichten klappt das ganz gut und ich bekomme so die Idee für den Rest und das Ende.
Bei langen Geschichten funktioniert das überhaupt nicht. Mein letztes Buch zum Beispiel habe ich ja im Zuge des NaNoWriMo im April geschrieben. Dabei habe ich mich einfach jeden Tag selbst aufs Neue überrascht *lach*. Das war zum einen anstrengend, zum anderen aber auch richtig spannend und hat riesigen Spaß gemacht und ich glaube, für lange Bücher ist dies für mich das Beste.
Ich habe früher häufig versucht zu plotten, Charakterentwicklung betrieben, etc., weil man in vielen Ratgebern liest, „dass man es so macht“. Für mich hatte das nur zur Folge, dass ich mich eingeengt fühlte und von meiner eigenen Geschichte gelangweilt war. Weshalb ich nicht eine meiner vorgeplotteten Geschichten je (fertig) geschrieben habe.

6.Woher bekommst du deine Ideen?

Das ist ganz unterschiedlich. Die meisten Kurzgeschichten sind durch ein Motto entstanden. Sei es durch den Gay Kiss-Wettbewerb auf bookrix.de oder als Beiträge zu Anthologien.
Ansonsten sind es häufig Alltagssituationen, Gespräche mit anderen, Fernsehbeiträge, Lieder … Meist kommen Ideen dann, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet.
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7.Hast du einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Person, die dir als Muse dienen?

Ich habe Kröti als Muse *lach*. Kröti ist imaginär und aus einer Art Selbstgespräch mit mir entstanden. Damals steckte ich in einer Szene fest und urplötzlich hatte ich eine Idee, die schon ein wenig fies war gegenüber meinen Protagonisten (das Lustige ist, ich weiß gar nicht mehr, um welche Geschichte es ging, aber ich erinnere mich trotzdem noch an diese Situation). Ich dachte damals nur: „Meine Muse ist ne ganz schöne Mistkröte.“ Und so entstand Kröti. Nicht ganz ernst gemeint, aber so habe ich wenigstens immer einen Schuldigen *grins*.

8.
Gibt es etwas, das dir beim Schreiben besonders schwer fällt?

Klappentexte schreiben :P.
Außerdem: Werbung für mich zu machen. Ich komme mir dabei immer irgendwie komisch vor, als würde ich mich anbiedern.
Ansonsten gibt es unterschiedliche Phasen während des Schreibens, die mir mal leichter mal schwerer von der Hand gehen. Manchmal kämpfe ich um jeden neuen Einfall, dann wiederum komme ich kaum hinterher, alles aufzuschreiben. Ich schreibe unheimlich gerne Dialoge und habe manchmal Probleme, das Drumherum vernünftig zu beschreiben. Es kommt häufig vor, dass beim ersten Entwurf ganze Szenen nur aus Dialogen bestehen und ich dem Ganzen beim Überarbeiten „Substanz“ geben muss, sprich erklären muss, wo wir uns überhaupt befinden.

9.Kaffee, Tee, Schokolade, Musik, Ruhe … Was gehört für dich zum Schreiben dazu?

Man mag es ganz eventuell schon mitbekommen haben: Kaffee! Ohne Kaffee geht bei mir gar nichts. Aber auch Wasser brauche ich. Wenn ich nicht genug trinke, werde ich müde und träge im Kopf. Etwas zu Essen brauche ich auch immer. Was genau, wechselt aber (Schokolade, andere Süßigkeiten, Obst …).
Außerdem: Ruhe. Das geht sogar so weit, dass ich teilweise mit Ohrstöpseln da sitze, weil mir selbst die Umgebungsgeräusche zu viel sind. Es gibt bisher nur eine einzige Geschichte von mir, die ich tatsächlich mit Musikbegleitung geschrieben habe („Vom Sinn der Sinnlosigkeit“, aus der Anthologie „Wenn es vorbei ist“). Ansonsten höre ich maximal vorher Musik, um mich auf eine Geschichte einzustimmen.

10.Gehörst du auch zu denen, die immer und überall Block und Stift zur Hand haben, damit sie jede Idee sofort aufschreiben können?

Sagen wir mal so: Ich habe tatsächlich ein kleines Notizbuch und diverse Kulis in meiner Handtasche. Doch meist sieht es so aus, dass ich denke „Ja, das notier ich mir gleich mal“ und dann vergesse ich es wieder … Ab und an schaffen es aber Stichworte hinein oder in die Notizfunktion meines Handys.

11.Was verhagelt dir das Schreibvergnügen?

Das kommt ein wenig auf meines Tagesform an. Manchmal bin ich genervt, wenn plötzlich jemand im Haus anfängt zu bohren. An anderen Tagen ist es mir egal. Mal stört es mich, wenn mein Mann um mich herumwuselt, dann wieder nicht.
Früher hab ich mich auch sehr von irgendwelchen Diskussionen oder Vorkommnissen auf Facebook und dergleichen beeinflussen lassen. Doch inzwischen verbringe ich dort deutlich weniger Zeit, was meiner Laune definitiv sehr guttut.

12.Denkst du beim Schreiben über Klischees nach?

Jein. Ab und an bringe ich gerne bewusst Klischees ein, um mit ihnen zu spielen oder sie absichtlich zu brechen oder zu übertreiben. Meist versuche ich, Klischees zu meiden, doch ich denke, ganz freisprechen kann ich mich davon sicher nicht. Manche bemerke ich beim Überarbeiten und überlege dann gezielt, sie entweder zu lassen, zu verändern oder ganz zu löschen.

13.Wenn du einen Charakter entwickelst, bekommt er bei dir eine reale Vorlage bzw. ein Gesicht? (ein Schauspieler, Musiker, irgendjemand, den du kennst oder ein Stockfoto)?

Nein. Das Merkwürdige ist, dass ich sowohl beim Schreiben als auch beim Lesen von Geschichten praktisch nie ein explizites Gesicht vor Augen habe. Bei Büchern, die ich lese, blende ich solche Beschreibungen fast immer komplett aus.
Meine eigenen Charaktere sind da in meinem Kopf immer sehr flexibel. Nicht nur, was Haar- und Augenfarbe angeht, sondern auch die Körpergröße etc. *lach* Für mich persönlich fühlt es sich dann trotzdem stimmig an. Daher vermeide ich genaue Beschreibungen häufig, was wiederum meine Beta gerne mal anmerkt, weil sie meint, Leser hätten doch gerne zumindest ein paar Anhaltspunkte ;) .

14.An welchem deiner eigenen Charaktere hängt dein Herz ganz besonders. Was macht ihn/sie so besonders für dich?

Oh, das ist schwer. Ich habe definitiv mehr als einen. Lars ist sicher einer der wichtigsten. Er ist ein extrem schwieriger und vielschichtiger Charakter. Die Geschichte von ihm und Jacques schreibe ich nun schon seit beinahe drei Jahren immer mal wieder. Doch irgendwie habe ich ständig das Gefühl, nicht richtig rüberbringen zu können, wie es in ihm aussieht. Doch das ist mir gerade bei ihm wirklich wichtig, denn bisher kennt man ihn nur als egoistisches Arschloch. Dabei ist er es gar nicht (oder nur zum Teil) und es gibt Gründe für sein Verhalten. Mit Lars versuche ich dem Leser ein komplexes Thema nahezubringen, ohne es beim Namen zu nennen, und hoffe, dass man am Ende seine Handlungen nachvollziehen und sich in ihn hineinversetzen kann, ohne dass der Leser sich damit auskennen muss.

15.Passiert es dir, dass sich Charaktere auch schon einmal verselbstständigen und Dinge tun, die du so gar nicht geplant hattest?

Ständig *lach*. Ich plane ja eh kaum, aber manchmal habe ich zumindest so einen groben Weg im Kopf und dann „sagt“ jemand plötzlich etwas, das den gesamten Storyverlauf ändert. Früher hat mich so etwas kirre gemacht. Mittlerweile finde ich es spannend und schaue dann einfach, wohin es mich führt.

16.Trifft dich Kritik? Wie gehst du damit um?

Treffen direkt nicht. Es kommt sicher auch auf die Art der Kritik an, aber natürlich beschäftigt es mich. Ich bin allerdings nicht tagelang am Boden zerstört. Kritiken wie „die Geschichte hat mir von Grundsatz her nicht gefallen“ oder „der Schreibstil sagt mir nicht zu“ treffen mich eher weniger. Denn niemandem kann alles gefallen. Ich mag ja auch nicht alles ;). Da bin ich recht entspannt.
Konstruktive Kritik lese ich und je nach Intensität warte ich dann ein paar Stunden, bevor ich sie noch einmal lese. Denn in der ersten Aufregung interpretiert man doch gerne zu viel in ein paar Sätze hinein. Dann setze ich mich damit auseinander, überlege, was ich daraus mitnehmen kann. Sofern die Kritik nicht anonym oder als Bewertung in einem Shop gegeben wurde (auf Rezensionen bei Amazon und Co. antworte ich prinzipiell nicht), setze ich mich mit dem Kritiker auseinander und zwar privat und ohne Anschuldigungen. Ich finde es immer sehr bezeichnend, wenn man sich bei Facebook (und dergleichen) als armes Opfer hinstellt, weil da jemand etwas ach so Böses geschrieben hat. Denn eine ungerechtfertigte Kritik ist häufig als eine solche zu entlarven und sagt für sich alleinstehend viel mehr aus, als wenn man als Autor oder (was ich häufig noch schlimmer finde) als „Fan-Mob“ den Kritiker niedermacht.

17. Zum Schluss bin ich neugierig: Schreibst du an einem neuen Buch? Wenn ja, verrätst du uns den Arbeitstitel? Woher kam die Idee dazu? Hast du schon eine kleine Kostprobe (ein Satz oder einen Absatz) für uns?

Nun, eigentlich schreibe ich „immer“. Grundsätzlich vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht ein paar Sätze schreibe oder zumindest über meine Geschichten nachdenke. Das nächste Projekt, das ich derzeit angehe, sind die „Aliens“. Das wäre dann auch schon der Arbeitstitel.
Schuld an der Idee ist mein Mann *lach*. Damals, vor über drei Jahren, als ich mich zum ersten Mal an die Öffentlichkeit (sprich fanfiktion.de) traute und die „Fehlkonstruktion“ kapitelweise schrieb und hochlud, steckte ich doch immer mal wieder beim Schreiben fest. Mein Mann wollte mir unbedingt helfen und dachte sich vollkommen unrealistische Szenarien aus. Irgendwann meinte ich dann: „Dann kann ja auch gleich ein UFO landen.“ Dieser Satz beflügelte die Fantasie meines Mannes leider nur noch mehr und wir sponnen herum. Heraus kam ein Alien, der sich eine Sehnenscheidenentzündung zuzieht, weil er sich ständig einen von der Palme wedelt *lach*. Da mein Mann mich immer wieder mit dieser – in seinen Augen genialen – Idee nervte, schrieb ich irgendwann den ersten Teil. Eigentlich nur, um Ruhe zu haben. Dass die Kerle mich nicht mehr loslassen würden, dachte ich zu dem Zeitpunkt nicht. Aber die Menschen bieten einfach zu viele Eigenheiten, welche für Aliens so schön absurd sind.
Die ersten 4 Episoden habe ich bereits zum kostenlosen Lesen auf fanfiktion.de und bookrix.de veröffentlicht. Momentan bin ich dabei, diese 4 Teile komplett zu überarbeiten. Außerdem schwirren in meinem Kopf noch Ideen für locker 4 bis 5 weitere Episoden. Diese werde ich nun nach und nach auf das virtuelle Papier bringen und dann wird es ein ganzes Buch mit der Geschichte und den Abenteuern von Krinto und Golan geben, die doch im Grunde menschlicher sind, als sie es gerne wären ;).
Das Schreiben von den beiden macht einfach enorm viel Spaß, weil es von einem ständigen Augenzwinkern begleitet ist. Daher sollte man diese Geschichten auch nicht allzu ernst nehmen.

Hier ein Auszug aus der Valentinstagsgeschichte der beiden:

»Ach, du meine Güte.« Golan wedelt hektisch mit einer Hand vor seinem Gesicht herum, während der Kaffee in der anderen gefährlich schwappt.
»Was denn? Nicht gut?« Hm, vermutlich muss ich doch noch mal nachforschen, was Menschen genau unter ›Romantik‹ verstehen.
»Das ist … Krinto.« Mein Name kommt nur noch gehaucht. Geistesgegenwärtig schnappe ich mir die Tasse und stelle sie auf dem Tisch ab. Der, der für zwei Personen eingedeckt ist. Eine Kerze brennt in der Mitte. Auf einem Teller - Golans - liegt eine einzelne rote Rose. Ich meine gelesen zu haben, dass diese Blume bei den Menschen ein Sinnbild der Liebe sein soll. Schon merkwürdig: Ein bisschen Grünzeug, was zudem dem Tod geweiht ist, wenn man es vom Rest der Pflanze trennt, soll diese innige Zuneigung symbolisieren. Das verstehe, wer will.
»Entschuldige«, nuschle ich. »Ich hab da wohl was falsch verstanden. Ignoriere es einfach und lass uns essen. Ich bin darin zwar nicht so gut wie du, aber ich denke, man bekommt das, was ich gekocht habe, durchaus herunter.«
»Du … du hast selbst gekocht?« Golan keucht. Ja, ich finde die Vorstellung auch gruselig.
»Ja, ich … Patrick hat mir seine Küche zur Verfügung gestellt, um vorzukochen. Es ist bereits im Ofen und müsste gleich fertig sein. Ich …«
»Wer ist Patrick?«
»Oh … ein … Freund.« Ich beiße mir auf die Unterlippe. Schon merkwürdig, wie sich einige Gesten bei mir bereits verselbstständigt haben.
»Freund? Ein Mensch?«
»Ja, na ja, nicht alle sind so schlimm, wie ich anfangs befürchtet hatte.«
Grinsend schüttelt Golan den Kopf. »Du überraschst mich immer wieder.«
Für einen kurzen Moment verspanne ich mich, denn auf unserem Heimatplaneten sind Überraschungen nicht als positiv angesehen. Aber ich weiß, dass Golan sie mag.
»Und der hat dir …?«
»Ja. Na ja, ich dachte, es wäre ganz schön, wenn ich unser Essen selbst zubereite.« Golan schüttelt den Kopf und ich fühle mich immer unbehaglicher. Vielleicht hätte ich mich vorher besser informieren sollen. Andererseits hat Patrick auch nichts gegen meinen Plan gesagt. Dieser ganze menschliche Kram ist so verwirrend.
Schluchzend drängt sich Golan fest an mich. »Das ist …«
»Ja, ich weiß. Entschuldige.« Seufzend streiche ich über seinen Rücken. Das war wohl nichts.
»Nein.« Er löst sich ein Stück und schüttelt hektisch den Kopf. »Das ist unbeschreiblich toll.«
Ich stutze. »Ernsthaft?«
»Ja. Das ist …« Er lacht auf. »… der Inbegriff von Romantik. Du überraschst mich mit einem Ausflug, den ich unbedingt machen wollte, du aber nicht, die Hütte, der Kamin, Candle-Light-Dinner mit selbst gekochtem Essen. Das ist nicht mehr zu toppen.«
»Oh! Wirklich?«
»Ja, du Blitzmerker. Es sei denn, du machst mir jetzt noch einen Heiratsantrag.«
»Einen was
Golan lächelt nachsichtig. »Nicht so wichtig. Ich liebe dich.«
Ich beuge mich vor und küsse ihn sanft. Inzwischen habe ich mich an diese Küsserei gewöhnt. Was heißt gewöhnt? Ich möchte nicht mehr ohne sie sein. Am liebsten würde ich den ganzen Tag nichts anderes tun - von Sex mal abgesehen. Hm, das erinnert mich an die Überraschung, die im Schlafzimmer noch wartet. Ich bin ernsthaft gespannt, wie ihm die gefällt.
»Wollen wir nicht erst essen?« Golan grinst mich wissend an. Manchmal hasse ich unsere Biochemie ja.

Vielen Dank an Karo für dieses tolle Interview!
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Mehr Informationen über Sitala Helki findet ihr auf ihrer Website.

In der nächsten Woche geht es weiter... Mit wem? Lasst euch überraschen!

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