Samstag, 30. September 2017

Ausblick


Willkommen zum dritten Tag meiner kleinen "Aufholjagd" in punkto Blogbeiträgen.
Weil ich mich freue, dass ich die drei Posts geschafft habe und natürlich auch, weil es doch einige Leute gibt, die das hier lesen, gibt es am Ende auch noch einen kleinen Gewinn für euch.

Aber zuerst wage ich einen Ausblick auf den Rest des Jahres 2017.
Allerdings geht es nicht direkt um neue Bücher. Die meisten wissen vermutlich, dass Pläne mir oftmals Probleme bereiten, sich Ideen, mit denen ich gar nicht gerechnet habe, in den Vordergrund schieben und andere in der Versenkung verschwinden. Vielleicht nicht für immer, aber manche sind inzwischen doch bereits für eine lange Zeit weg.
Wie ich gestern geschrieben habe, gibt es diese drei Buchprojekte, die ich schaffen möchte. Ich bin gespannt, was ich am Ende davon realisieren kann.
Was ich aber mit einer gewissen Sicherheit sage: Es gibt in jedem Fall noch etwas Neues zu lesen und es wird zur LBM im nächsten Jahr ein neues Verlagsbuch von mir dabei sein. Das ist doch schon mal ein gutes Ziel.
Im Moment liegt neben dem Schreiben, mein Hauptaugenmerk auf die Vorbereitungen zur "Buch Berlin".
Ich freue mich riesig auf die Messe, denn ich fühle mich mit ihr auf eine besondere Weise verbunden. Schließlich gehöre ich, zusammen mit vielen anderen Autoren aus dem Gay Romance Bereich zu denen, die seit der "Geburt" dieser Messe dabei sind. Im ersten Jahr noch in einer Mensa, ganz klein, aber mit vielen, vielen Autoren und Lesern aus unserem Genre und einer besonderen Atmosphäre rundum.
In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal einen eigenen Stand. Ich weiß, ich war auch schon mit der Kuschelgang dabei, aber diesmal ist es ein bisschen anders, weil ich viel mehr Entscheidungen treffen muss. Zum Glück bin ich nicht allein, aber das habe ich auch schon mehrfach angekündigt. Zusammen mit Caro Sodar, Mia Grieg und Sitala Helki werde ich das Wochenende am Stand verbringen und mich über euren Besuch freuen.
Ich gebe zu, dass ich noch nicht so richtig weiß, was ich an Büchern mitbringen soll. Wenn ihr wisst, dass ihr eines meiner Bücher haben wollt, dann schreibt mich bitte an. Das macht es mir wirklich leichter.
Ansonsten habe ich meine Kurzgeschichten, die es seit einer Weile nur noch als ebooks gibt, zu einem Sammelband zusammengefasst. Dabei bin ich auf stolze 500 Seiten gekommen, die ich gern drucken und mit zur Messe bringen würde. Ich hoffe, einige von euch haben Interesse an so einem Buch. Auch hier würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

Das gilt im Übrigen auch für die Anthologie "4 für die Liebe: Elemente". Wir Autoren haben darüber nachgedacht, eine gedruckte Version mit zur Messe zu bringen. Wenn ihr ganz sicher, das ihr so ein Buch haben möchtet, dann gebt bitte Bescheid, denn wir lassen nur eine kleine Auflage drucken.
Soweit zu den ersten Messeinfos. Weitere werden mit Sicherheit noch folgen.

Was passiert noch in diesem Jahr? Anfang Dezember darf ich wieder am Gymnasium im Rahmen des Weltaidstages lesen. Es wäre großartig, wenn ich zu dieser Veranstaltung bereits mein neues Buch haben würde..

Und Mitte Dezember werde ich voraussichtlich bei der Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. eine kleine weihnachtliche Lesung haben. Nähere Infos gibt es dazu natürlich noch.

Und hier kommt mein kleines Gewinnspiel für euch:

Schreibt einen Kommentar unter diesen Post, wenn ihr die Tasse mit den Goodies gewinnen möchtet. Ich lose am Montag aus und wünsche euch natürlich viel Glück und ein schönes Wochenende.



Freitag, 29. September 2017

Gegenwart

Wie versprochen, kommt heute ein kleiner Beitrag darüber, was aktuell bei mir los ist.
Während ich beinahe den ganzen Sommer, zumindest nachdem ich den Kurzgeschichtenband veröffentlicht habe, eine Schreibflaute hatte, bin ich im Moment wieder dabei regelmäßig zu tippen. Obwohl ich zugebe, dass es eine Leichtigkeit ist, mich abzulenken. Viel zu oft passiert es mir, dass ich die Zeit vergesse, zu viel lese, mich um irgendwelche "Dinge" kümmere und mich von Facebook in Diskussionen ziehen lasse, die sich dann noch Tage später in meinem Kopf befinden und jede Kreativität blockieren.

Das ist es, womit ich aktuell, in der Vergangenheit und vermutlich auch zukünftig immer wieder zu kämpfen haben werde. Ich begreife oftmals nicht, wie verbohrt und eindimensional Menschen sein können. Dabei will ich wirklich nicht behaupten, dass ich absolut perfekt in Sachen Toleranz und Akzeptanz bin. In vielerlei Hinsicht musste ich hart an mir arbeiten, oftmals die Perspektive ändern und meine eigenen Vorstellungen hinterfragen. Ich mache das jedoch gern, weil ich immer wieder feststelle, wie viel besser es mir geht, wenn ich bestimmte Sachverhalte oder Menschen so akzeptiere, wie sie sind, auch wenn sie nicht meiner Norm oder meinen Werten entsprechen. Ja, ich weiß, mit dieser Munition kann man auch in die falsche Richtung schießen. Ich sags ja, mein Kopf ist voll mit diesen Gedanken und ich wälze den Berg so oft in alle Richtungen, bis ich für mich einen Weg gefunden habe.

Zurück zum Schreiben. Nachdem ich einige neue Geschichten angefangen, angefangene Geschichten um ein oder zwei Seiten vergrößert und leider nirgendwo dieses Kribbeln gespürt habe, überfiel mich ein echter Anfall von Panik. Das war der Moment, in dem ich mich gedanklich zurückziehen und auf einen einfachen Nenner herunterbrechen musste:
 Was willst du schaffen und was kannst du schaffen?
Und am Ende kamen drei Projekte heraus (mittlerweile ist noch eine Kurzgeschichte dazugekommen).
Ich schreibe an einem neuen Buch für den Cursed Verlag. Im nächsten Jahr möchte ich zur LBM auf jeden Fall mit einer neuen Geschichte dabei sein. Natürlich mache ich es mir mal wieder nicht einfach. Die Geschichte von Danny und Jo (in gewisser Weise Teil 2 zu "Wenn es Liebe ist") ist kompliziert und anstrengend und bringt mich an meine Grenzen. Ich habe keine Ahnung, weshalb ich mir so ein schwieriges und dramatisches Thema ausgesucht habe, aber ich hoffe, ihr werdet es mögen. Die letzten Kapitel liegen vor mir und ich bin schon jetzt ganz hibbelig.

Nebenbei und immer wenn ich ein bisschen Luft brauche, überarbeite ich GefühlsChaos. Ich liebe Oliver und seine Story, aber es ist echt mühsam und anstrengend.

Und wenn dafür die Geduld nicht reicht, dann recherchiere ich für meinen neuen Jugendroman, in dem auch wieder HIV ein wichtige Rolle spielen wird. Ich bin schon aufgeregt und kann es kaum erwarten, die Seiten des neuen Projekts zu füllen.

Die 4 für die Liebe wollen in diesem Jahr auch noch eine neue Anthologie herausbringen. Ich habe immerhin schon eine Idee und ein paar Wörter geschrieben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen. Das hat bei der ersten Anthologie viel Spaß gemacht. 

Eigentlich habe ich gar keine Zeit, um mich ablenken oder ärgern zu lassen. Es ist ein so großartiges Gefühl, wenn die Datei wächst, wenn immer wieder ein neues Kapitel dazukommt und die Geschichte ihren Lauf nimmt, mich selbst überrascht, zum Weinen, Lachen oder Seufzen bringt.

Apropos Ablenkung. Eine wichtige und aufregende Sache gibt es da natürlich noch: Die BuchBerlin. Ich schreibe morgen ein bisschen mehr darüber, aber es passt auch zur Gegenwart. Im Moment sind Caro, Mia, Sitala und ich heftig dabei, Goodies für euch zu suchen, über den Stand nachzudenken und natürlich auch über die Bücher und über Besonderheiten. Das macht richtig Spaß. In den nächsten Wochen werde ich bestimmt mehr über die Messe schreiben und die einzelnen Beiträge auch oben mit der Seite verlinken, also guckt da ruhig mal nach, was das Abenteuer Messe für uns und euch zu bieten hat. 



Donnerstag, 28. September 2017

Rückblick

Mein letzter Blogbeitrag ist verdammt lang her.
Mein eigenes Ziel, jede Woche mindestens einen Beitrag zu schreiben, habe ich nun schon eine ganze Weile vernachlässigt.

Das versuche ich hiermit zu ändern. Deshalb gibt es jetzt drei Beiträge hintereinander:
Rückblick, Gegenwart, Ausblick

Heute schaue ich auf die vergangene Zeit zurück.
Mitte August habe ich zum letzten Mal etwas gepostet. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Ich habe so viele positive Dinge erlebt und war doch irgendwie nicht fähig, sie mit euch zu teilen. Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, warum das so ist, aber ich denke, für einen kleinen Rückblick ist es nie zu spät.

Zum ersten Mal habe ich in diesem Jahr am Tiergartenpicknick der Schwestern teilgenommen. Erinnert ihr euch, dass dieses Picknick der Schauplatz einer meiner Kurzgeschichten war? Im Buch Herbst, Handicap und heiße Herzen der HomoSchmuddelNudeln hatte mein Protagonist ein "Picknick mit Mr. Right". Damals haben mir meine Fantasie, ein paar Bilder und einige Videoausschnitte ein Gefühl für die Atmosphäre beim Picknick gegeben, in diesem Sommer konnte ich mich selbst davon überzeugen. Es war mein erster Besuch in Berlin in diesem Jahr. Auch wenn es nur einen Sonntagnachmittag war, so habe ich mich sehr wohl gefühlt. Freunde treffen, ein bisschen Glitzer für die Seele und irgendwo auf einer der Decken saßen bestimmt auch meine Jungs und habe das Leben mit rosafarbenen Sekt und wunderbarem Kuchen genossen. Das sind Dinge, die ich wirklich in meinem Herzen trage. Es gibt kaum etwas, was mich besser motiveren kann, selbst wenn ich nur am Rand stehe und dem bunten Treiben zuschaue. Ist ein bisschen, wie die Batterien wieder mit Glitzer aufladen...



Und weil mich dieser Nachmittag so motivert hat, habe ich mich eine Woche später wieder auf den Weg zur Klosterschule nach Magdeburg gemacht. Ich liebe diese Veranstaltung, weil sie immer wieder anders, neu, aufregend und in jeder Hinsicht besonders ist. Ich schätze, niemand geht nach Hause, ohne etwas Neues gelernt zu haben. Und sei es "nur" ein Rezept für vollkommen natürliches, fett-bzw. ölfreies Gleitgel. Immer wieder ist die Dynamik anders, weil es um die Fragen der Beteiligten geht. Man diskutiert, erklärt, begreift ... macht sich bewusst, wie vielfältig das Leben und das Miteinander ist. Safe, Safer, Unsafe ... Fragen und Antworten, die noch lange danach in meinem Kopf herumschwirren. Und ehrlich, wenn ich nach der Veranstaltung nach Hause fahre, ist es ein bisschen, als würde ich über die Straße fliegen. Nicht, weil ich so schnell fahre, sondern weil ich mich so gut fühle.

Vielleicht hat mich dieser Abend im besonderen Maße dazu beflügelt, die Sache mit einem CSD noch einmal in Angriff zu nehmen. Allein, aber doch nicht ganz allein, weil ich wusste, das da Leute sind, zu denen ich kann, weil ich aber auch wusste, dass ich jederzeit nach Hause fahren kann, wenn ich mich unwohl fühle. Ich war aufgeregt, vielleicht sogar ein bisschen panisch, als ich mein Auto auf dem Parkplatz in der Nähe des alten Markts abgestellt und mich auf den Weg zum Straßenfest gemacht habe.
Ich habe versucht, all die negativen Emotionen zu verdrängen und mich auf diese Sache einzulassen. Tatsächlich hat es funktioniert. Vielleicht auch diesmal dank der Schwestern und dank der Leute von der Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V., an deren Stand ich mich die  meiste Zeit aufgehalten habe. Vielleicht hat mich auch eine ganz besondere Frau bei der Klosterschule schon motivert zum Straßenfest zu kommen. Wir haben jedenfalls viel Zeit miteinander verbracht und haben uns gemeinsam die verschiedenen Stände auf dem Markt angeguckt und Infomaterial eingesammelt. Witzigerweise habe ich in diesem Zusammenhang auch zum ersten Mal entdeckt und gewissermaßen am eigenen Leib gespürt, wie es ist, wenn man trotz aller Freiheit, Toleranz und Akzeptanz eben doch nicht so ganz frei von Vorurteilen ist. In diesem Fall war es eher lustig, aber es zeigt eben auch, dass wir alle Menschen sind, Schubladen brauchen und unser Gegenüber auch schnell dort hineinsortieren wollen.
Die Schwestern haben toll gesungen, die Berliner Schuhplattler waren ein Genuss fürs Auge, ebenso wie die wunderbaren Dragqueens (leider weiß ich die einzelnen Programmpunkte nicht mehr auswendig). Am frühen Abend bin ich wieder nach Hause gefahren, voll mit wundervollen Eindrücken und vielleicht auch ein bisschen ausgesöhnt mit dem vergangenen Jahr.




Ich weiß nicht, ob es nachvollziehbar ist, wie mein Leben manchmal aussieht ... Aber hier kommt quasi einer dieser besonderen Momente, in denen das Zwitchen ganz deutlich wird. Ich saß also in meinem Auto, auf dem Weg nach Hause. Im Gesicht war noch Glitzer, in meinen Haaren türkisblaue Strähnen und ich hatte mein Lieblingsregenbogenshirt an. Auch wenn Magdeburg keine riesige Großstadt ist, Quedlinburg ist im Vergleich winzig, eng und spießig. Und in gewisser Weise ist es mein Leben auch, aber ich habe in den letzten Jahren immer mehr erkannt, wie sehr ich es mag. Jedenfalls komme ich genau so an, in unserem Garten in der Gartenanlage. Und dann müssen wir noch einkaufen, aber ich habe keine Zeit, mich umzuziehen und auch keine Lust. Natürlich bemerke ich die Blicke der Leute, als ich mit meinem Mann zusammen den Wochenendeinkauf und auch ein paar Leckereien zum Grillen gekauft habe. Lustig ... Und dann geht es ab in unseren, eigentlich wenig spießigen Garten, weil ich natürlich ein paar regenbogenbunte Dekorationen habe. Ich zeige meinen Jungs meine Ausbeute vom CSD. Wir begutachten die Kondome und die lustigen Postkarten und sie gucken sich die Bilder an und ... ich halte einen Moment inne und kann kaum fassen, was für ein Glück ich habe.

Anfang September hatte ich auch noch eine kleine Lesung für den Verein "Er gehört zu mir". Ich muss vermutlich nicht erwähnen, wie gern ich lese, obwohl mich an dem Tag eine Erkältung bereits fest im Griff und meine Stimme in Mitleidenschaft gezogen hatte. Ich habe aus meinem Sommerbuch "Von Männern im Sommer" gelesen. Ganz klein und gemütlich und auch nur eine knappe halbe Stunde, aber mit viel Spaß. Sie war ein Teil der Feierlichkeiten zum zwanzigjährigen Bestehen des Dachvereins Reichenstraße, für den ich auch beim Bücherfrühling lesen darf. Darüberhinaus tanze ich dort seit zehn Jahren mit meinen Bauchtänzerinnen. Es war mir also ein ganz besonderes Vergnügen sowohl zu tanzen, als auch zu lesen. Krank sein konnte ich schließlich hinterher ...

Das ist mein kleiner Rückblick, der doch ziemlich lang geworden ist ... Morgen berichte ich darüber, was ich momentan mache.