Samstag, 31. Dezember 2016

Jahresrückblick

2016 neigt sich dem Ende. Auch in diesem Jahr halte ich an meiner kleine Tradition fest und lasse das vergangene Jahr am letzten Tag noch einmal Revue passieren.
War es ein gutes oder schlechtes Jahr? Da ich ein überwiegend optimistischer Mensch bin, tendiere ich zu gut. 
Ja, es gab ein paar wirklich wundervolle Highlights, die mich durch das Jahr getragen haben. Aber da war auch diese Schattenseite, die mir Einiges abverlangt hat. Daran zu denken, ist noch immer schmerzhaft und überaus unangenehm. 

Es gab Momente, da wusste ich nicht, wie es für mich weitergehen soll. Diese Tatsache war überaus beängstigend. Ich wollte so viel und musste doch feststellen, dass jemand wie ich diese Dinge niemals erreichen kann. Das hat mich in eine Sinnkrise gestürzt, die mich wirklich in meinen Grundfesten erschüttert hat. 
Zum Glück steht mir ein Mann zur Seite, der mich besser als jeder andere Mensch kennt, der mich mit einer gehörigen Portion Humor, Trost und Liebe letztendlich wieder auf den richtigen Weg gebracht und mich daran erinnert hat, was ich kann und was einfach außerhalb meiner Macht liegt. Und so konzentriere ich mich auf meine eigenen Stärken: Ich schreibe. Es tut mir so unendlich gut und macht mir immer noch so verdammt viel Spaß. 
Es ist das, was ich machen möchte und worin ich einigermaßen gut bin. Ich möchte die Leser unterhalten, ihnen ein paar schöne Stunden bescheren, sie vielleicht auch zum Nachdenken anregen und im Idealfall sogar die Sicht auf manche Dinge ein klein bisschen ändern. Vermutlich sind das schon übergroße Ziele, aber ich glaube daran, dass ich es irgendwie, zumindest ansatzweise, in meinen Büchern transportieren kann.

Es ist ein seltsames Gefühl zurückzublicken, weil es ist, als würde ich noch einmal in den tiefen Graben schauen, aus dem ich mich so mühsam herausgekämpft habe. Aber vor allem sehe ich auch, wie ich hineingefallen bin und na ja,  dieser Aufprall gehört vermutlich zu den heftigsten in meinem Leben. Ich klopfe ganz abergläubig auf Holz und hoffe, dass es sich nicht noch einmal wiederholt oder schlimmer wird.
Irgendwann in dieser Zeit dachte ich, es wird in diesem Jahr kein Fotoalbum geben, weil ich einfach nichts mehr mitmachen und mich ausschließlich auf das Schreiben konzentrieren werde. Jetzt betrachte ich mit einem Schmunzeln die vielen Bilder, die zwar noch nicht in einem Album zusammengestellt sind, die aber existieren und mir zeigen, dass ich eben doch ein schönes und beeindruckendes Jahr als Autorin hatte. 

Zwei große Messen in Leipzig und Berlin. Die Queer Convention, als ein absolutes und wunderbares Highlight. Die Lesung beim Quedlinburger Bücherfrühling mit besonderem Besuch aus Berlin und Jena. Die Lesung am Gymnasium im Rahmen des Weltaidstages... Verschiedene Treffen in Berlin mit lieben Freunden, der Tag mit den Schwestern der perpetuellen Indulgenz aus aller Welt … Meine erste Aidsgala bei der Aidshilfe Goslar, die Klosterschule der Aidshilfe Magdeburg im Rahmen des CSD´s. All die Autoren, die ich getroffen und mit denen ich mich unterhalten habe … Das Jahr war wirklich reich an Höhepunkten. 
Vielleicht konnte ich sie auch in besonderer Weise genießen und mich daran erfreuen, weil ich aus meinem persönlichen Tief gestärkt hervorgetreten bin, auch wenn ich zugeben muss, dass ich einige Dinge ganz bestimmt nicht wieder machen werde. Es ist schon seltsam, wenn man sich auf der einen Seite gestärkt fühlt und doch gleichzeitig weiß, dass man einige Hoffnungen und Wünsche damit einfach nur aus seinem Herzen verbannt hat. Vermutlich ist es ein wackliges Konstrukt, aber ich kämpfe, dass es Bestand hat. Das Jahr hat mir schließlich gezeigt, was mir guttut und was nicht. 

Aber genug davon … Ich habe schließlich auch geschrieben. In diesem Jahr kam „Willst du ein Eis?“ endlich als ebook und print heraus. Ich hätte niemals erwartet, dass diese Geschichte so ein großer Erfolg für mich werden würde. Vielen Dank an alle Leser und Käufer und natürlich auch an alle, die mich unterstützt und bestärkt haben, das Buch endlich zu überarbeiten und herauszubringen.
Mein Verlagsbuch „Wenn es Liebe ist“ war eine besondere Story für mich und ich freue mich, dass die Geschichte so vielen von euch gefallen hat. Ich danke Julia und dem Cursed Verlag dafür, dass sie trotz meiner chaotischen Ader an mich glaubt.
Ich habe mich an einigen Anthologien beteilligt und hoffe, auch im neuen Jahr wieder mit neuen Kurzgeschichten dabei sein zu können.
Endlich … nach zwei Jahren habe ich es geschafft und den zweiten Teil zu „Positiv verliebt“ herausgebracht. „Unglaublich verliebt“, eine Geschichte, in der es nicht nur um Liebe geht, sondern auch um Familie und Religion. Es gab Momente, da fiel mir das Weiterschreiben wirklich schwer, aber ich glaube, es ist letztendlich ein gutes Buch geworden. Und weil mich einige Leser auf unnachahmliche Weise angestachelt haben, wird es tatsächlich einen dritten Teil geben. Max wartet schon ungeduldig darauf, euch seine Geschichte zu erzählen, die natürlich, passend zu dieser kleinen Reihe auch nicht komplikationslos sein und ein sehr spezielles Thema beinhalten wird. Ich bin schon sehr gespannt.
Zum Jahresende kam noch einmal etwas, das meine ganzen Pläne durcheinander gebracht hat. Mein Auftritt bei der Queer Convention in einer Diskussionsrunde zum Thema „Gay Fantasy“ hatte ein paar spontane Auswirkungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte. „Flammenerbe2“ steht in den Startlöchern … Eigentlich war es nur eine winzige Idee, ein kleiner Gag zur Convention, aber irgendwie lauerte da so viel mehr. Selbst wenn ich hätte aufhören wollen, es wäre nicht gegangen. Harry und der König hatten mich vollkommen in ihren Bann gezogen … Dafür ist leider ein anderes Projekt in den Hintergrund getreten, was vermutlich ein paar deutliche Auswirkungen auf das neue Jahr haben wird. 

Aber das ist wohl auch etwas, was ich allmählich lernen muss. Ich weiß, dass ich disziplinierter sein und mich an meine Pläne halten sollte, aber langsam glaube ich, dass ich dafür nicht geeignet bin. Ich will nicht behaupten, dass ich nur der „Schreiberling“ bin und die Reihenfolge der Geschichten jemand anderes bestimmt, aber ich habe festgestellt, dass es für jede Geschichte die richtige Zeit gibt. Ich glaube, ich habe nicht so viel Einfluss darauf, auch wenn ich mir durchaus wünsche, weniger unter Zeitdruck schreiben zu „müssen“. Aber vermutlich ist das eben eine Eigenart von mir, so wie viele Autoren irgendwelche anderen „Macken“ haben.
Ich bin ein Chaot und sollte mich wohl damit abfinden. Trotzdem werde ich auch weiterhin Pläne machen und sei es nur, um zu sehen, was ich am Ende des Jahres davon erreicht habe und wie viele Projekte dazwischen gekommen sind, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hätte. 
Ich schreibe also nicht, dass der dritte „Verliebt“-Teil auf jeden Fall 2017 erscheinen wird und lasse mich stattdessen überraschen, wessen Geschichte im neuen Jahr unbedingt aufgeschrieben werden möchte. Auch wenn ich natürlich ein paar Wünsche für das Jahr habe.

In privater Hinsicht gab es ebenfalls ein paar tolle Ereignisse: Die neue Wohnung, der neue Garten, die Jugendweihe meines Sohnes, ein verrückter Sommerurlaub … die Zeit mit meiner Tanzgruppe und unser letzter Auftritt, der ein echtes Highlight war. Ich bin so stolz auf meine Mädels und Jungs (Einzahl). 

Ich freue mich auf das neue Jahr, in dem ich mir neben den Messen in Leipzig und Berlin bereits jetzt ein paar Termine vormerken durfte. Noch behalte ich sie für mich, denn ich bin gespannt, ob sie letztendlich wirklich wahr werden. Außerdem wird es auch wieder hier auf meinem blog ein paar Aktionen geben. Ich habe zumindest einige Ideen, die ich gern umsetzen würde.

Zuletzt gilt mein Dank allen, die mich auf verschiedenste Weise durch das Jahr begleitet haben. Ich danke euch für den Kauf meiner Bücher und die Rezensionen, die ihr mir dazu geschrieben habt. Ich freue mich über die Kommentare auf meinem blog und die rege Teilnahme an den Blogaktionen und Geschichten. Danke, dass ihr mir auf Facebook und Instagram folgt, mir auf Bookrix Herzen gebt und auf fanfiktion Sterne verteilt. Ich freue mich, über Reviews, auch wenn ich nicht immer Zeit finde, sie zu beantworten. Danke für die persönlichen Nachrichten und emails. 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Jahr 2017 und hoffe, dass wir uns auch im neuen Jahr wiedertreffen.



Dienstag, 27. Dezember 2016

Kalendergewinn

Ich hoffe, ihr habt die Weihnachtstage gut überstanden, die freie Zeit genossen und euch um eure Lieben gekümmert.
Die Zeit verfliegt so schnell. Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass das Jahr nur noch so wenige Tage hat und sich 2017 bereits in den Startlöchern befindet.
Für mich war es ein ziemlich temperamentvolles Jahr, aber die Erinnerungen daran, schreibe ich später noch auf.
Jetzt geht es erst einmal um das letzte Adventskalendertürchen, hinter dem sich dieser wundervolle Coverkalener versteckt hatte.

Gewonnen hat:  

Wandel der Zeit

Herzlichen Glückwunsch!
Schick deine Adresse per email an kath74@gmx.de

Und damit bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich für euer reges Interesse an meinem Adventskalender. Es hat viel Spaß gemacht! Ich freue mich schon auf neue Aktionen im nächsten Jahr.   


Samstag, 24. Dezember 2016

Das 24. Türchen

Willkommen zum letzten Tag meines diesjährigen Adventskalenders.
Ich freue mich, dass so viele die ganze Zeit dabei geblieben sind und hoffe, ich konnte euch die Zeit ein bisschen versüßen.
Es hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht, auch wenn es gar nicht so einfach war, alle Türchen zu füllen.
Heute habe ich noch einmal etwas ganz Besonderes für euch.
Vielleicht habt ihr auf Facebook oder Bookrix bereits gesehen, dass meine Autorenkollegen Sitala Helki, Mia Grieg, Caro Sodar und Adora Belle einen Tisch-Coverkalender verlost haben. Möglicherweise habt ihr auch schon versucht, ihn dort zu gewinnen.
Hier kommt eure letzte Chance.
Caro Sodar hat die Kalenderblätter mit verschiedenen Covern gestaltet. Ich finde, das hat sie wirklich großartig gemacht. Jetzt freue ich ich umso mehr auf das neue Jahr und kann es kaum erwarten, meinen eigenen Kalender aufzustellen.

Da ich an den Weihnachtstagen wahrscheinlich nicht an den Laptop kommen werde, habt ihr für einen Kommentar diesmal bis zum 26.12.16 Zeit.
Am 27. gebe ich dann den Gewinner/die Gewinnerin bekannt.

Viel Glück!
Ich wünsche euch wunderschöne und entspannte Weihnachtstage
und bedanke mich herzlich 
für eure Aufmerksamkeit!


Freitag, 23. Dezember 2016

Das 23. Türchen

Der vorletzte Tag!
Ich kann es selbst kaum glauben, dass ich diesen Kalender tatsächlich allein geschafft habe. Auch wenn ich gern ein paar mehr Geschichten geschrieben hätte, hoffe ich doch, dass euch auch die anderen Beiträge gefallen und vielleicht sogar inspiriert haben.

Spätestens heute sollte wohl jeder einen Weihnachtsbaum im Haus/Wohnung haben.
In meiner Familie wird immer am 24. 12. vormittags der Baum dekoriert. Das machen wir alle zusammen, wobei es immer ein wenig Gerangel darum gibt, wer die Spitze auf den Baum setzen darf. Unser Baum ist bunt mit ganz vielen verschiedenen Kugeln. Wir kaufen in jedem Jahr mindestens eine besonders schöne Kugel auf dem Weihnachtsmarkt und lieben lustige Motive.

Und weil ich es bunt mag, habe ich hier noch eine regenbogenbunte Bastelidee für euch. Vielleicht auch für alle, die keinen Baum aufstellen und es trotzdem ein bisschen "verrückt-weihnachtlich" haben wollen.

Mein Regenbogenweihnachtsbaum
In den USA kann man ja so tolle Regenbogenweihnachtsbäume kaufen. Ehrlich, ich hatte schon einige Male den Finger auf dem Bestellbutton, aber dann habe ich doch gezögert. Die Dinger sind nicht gerade billig und mein Mann wäre auch nicht besonders amüsiert, wenn ich ihm so ein buntes und vor allem künstliches Teil ins Wohnzimmer stellen würde. Wie schön wäre es doch, wenn ich ein echtes Arbeitszimmer nur für mich hätte.
Also dachte ich, selbst ist die Frau! Das muss doch irgendwie selbstzubasteln sein. Ursprünglich hatte ich eine ganz andere Idee, die von einem künstlichen Herbstbaum, den ich auf einem Blog gefunden habe, inspiriert war. Leider habe ich zu lange gezögert, sodass es die Girlanden nicht mehr in allen Farben gab. Vielleicht probiere ich es im nächsten Jahr.
Stattdessen fiel mir so ein Rattankegel mit Leuchtdioden in die Hände und dazu ganz viele knallbunte Glitzerkugeln.
Obwohl ich am Anfang dachte, ich hätte viel zu viele Kugeln gekauft, musste ich schließlich doch noch mal losfahren und Nachschub besorgen.
Hier kommt also meine Version:
  • einen kleinen Rattankegel
  • Kugeln in den Farben des Regenbogens
  • Heißklebepistole
 Ich habe leider vergessen Bilder von der Entstehung zu machen, aber ich denke, es ist nicht besonders schwer. Obendrein braucht man auch keinen besonderen Plan, sondern kann instinktiv mit dem Kleben der Kugeln beginnen.

Der Rest meiner Kugeln. Die Kiste war jedoch am Anfang ansehnlich gefüllt. Die Aufhängeösen habe ich abgezogen.

Mein fertiges Bäumchen. Ich muss gestehen, dass ich ein bisschen verliebt bin. Es glitzert so schön!






Ich weiß, es ist nicht perfekt, aber ich mag den kleinen Baum. 


 

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Das 22. Türchen


Jetzt dauert es wirklich nicht mehr lange. Sind die Plätzchen gebacken? Habt ihr alle Zutaten für das Festessen eingekauft? Die Geschenke verpackt ... Was, da fehlt noch eins und ihr habt so gar keine Idee?
Hier kommt die ultimative Last-Minute Idee für alle, die gern in der Badewanne baden:

Buntes Badesalz

Es geht wirklich ganz einfach und schnell und natürlich muss man es keineswegs so krass einfärben, wie ich es getan habe, aber ihr wisst ja... regenbogenbunte Ideen ...
Das benötigt ihr dazu:
  •  ein Glas mit Schraubdeckel
  •  Totes Meer Salz (gibt es bei dm wirklich günstig)
  •  Farbe und Duft
  •  und vielleicht noch einen Spritzer Öl (Olivenöl oder auch jedes andere) 
Zuerst schüttet ihr das Meersalz in das Glas, richtig voll bis zum Rand. Dann verteilt ihr den Inhalt auf verschiedene Schüsseln, je nachdem wie bunt ihr es gestalten wollt. Von einfarbig bis ... das bleibt ganz eurem Geschmack überlassen.
Anschließend kommt die Farbe, der Duft und eventuell das Öl dazu. Alles gut verschmischen und dann abwechselnd zurück ins Glas schichten.
Deckel drauf, ein Band drum und einen lieben Gruß dazu.
Fertig ist das Weihnachtsgeschenk!

Es duftet wunderbar, ist pflegend und sieht obendrein auch noch besonders aus. Ein nahezu perfektes Geschenk.

Die Gewinnerin des letzten Magnetkalender ist:

                    Melanie Brosowski
                              Herzlichen Glückwunsch!

Bitte schick deine Adresse per E-Mail an kath74@gmx.de


Mittwoch, 21. Dezember 2016

Das 21. Türchen

Hinter diesem Türchen verbirgt sich der letzte Magnetkalender.
Seid ihr mit euren Weihnachtsvorbereitungen schon fertig?
Feiert ihr in großer Runde oder lieber im kleinen Kreis? Ich kann mich da immer nicht so richtig entscheiden.
Heiligabend mag ich es mit meiner Familie und den Großeltern gemütlich. Kaffeetrinken und Weihnachtsmusik. In diesem Jahr werden wir einen kleinen Spaziergang in den Garten machen und dort einen Glühwein trinken. Vielleicht sogar ein Feuer im Feuerkorb entzünden. Irgendwann kommt der Weihnachtsmann, von dem meinen großen Jungs noch immer erwarten, dass er den Sack mit den Geschenken mit schwierigen Rätseln verschließt. Ich finde das so schön, dass sie so viel Wert auf diese kleine Tradition legen. Danach gibt es Abendbrot und nein, bei uns gibt es keine Kartoffelsalat und Würstchen- Tradition. Die kenne ich tatsächlich überhaupt gar nicht. Unsere Tradition und das schon seit ich ein Kind war: Schweinefilet und Bohnen im Speckmantel, dazu Kroketten oder Pommes ...
Ich habe es als Kind schon geliebt und kann mir Heiligabend echt nicht ohne dieses Essen vorstellen. Tatsächlich gibt es das ganze Jahr kein Schweinefilet bei uns, nur am 24. Dezember ...
Wenn die Großeltern wieder nach Hause fahren, mache ich es mir mit meinem Mann gemütlich. Wir genießen unseren bunten Weihnachtsbaum und schauen ein bisschen fern. 
Die beiden Weihnachtstage gehören der großen Familie. Auch wenn ich mir manchmal ein bisschen mehr Ruhe wünsche, so finde ich es trotzdem schön, zusammen zu feiern. 

Wie immer verlose ich unter allen, die einen kleinen Kommentar posten, diesen Kalender.
Viel Glück!


Dienstag, 20. Dezember 2016

Das 20. Türchen

Die Vorweihnachtszeit ohne Bascetta Sterne .... das geht doch irgendwie gar nicht.
Ich weiß noch, wie ich die Sterne auf den Weihnachtsmärkten bewundert habe und dabei dachte, dass ich so etwas wohl nie hinbekommen werde. Inzwischen habe ich hunderte davon gebastelt und ich liebe es!
Es gibt wohl kaum einen Stern, der dekorativer und vielfältiger ist. Von winzig klein bis riesengroß, ob mit oder ohne Lichterkette und selbst mit ganz einfachem weißen Papier ... ich finde sie stets bezaubernd.
Auch hier empfehle ich euch das Internet und youtube. Wenn ihr Papier extra für den Bascetta Stern kauft, findet ihr ebenfalls eine Anleitung daran. Auch wenn es auf den ersten Blick anstrengend und kompliziert aussieht, das ist es im Grunde gar nicht. Man braucht nur ein bisschen Geduld und Konzentration.

Für euch habe ich einen regenbogenbunten gebastelt:

Dafür habe ich mir 30 quadratische Papiere zurecht gelegt.

Dann beginnt die Fleißarbeit, denn aus den 30 Papieren müssen immer die gleichen Einzelteile gefaltet werden.


Nun werden sie zusammengesteckt. Das ist am Anfang und Ende ein bisschen knifflig, aber wenn man den fertigen Stern in den Händen hält, ist es immer wieder wie ein kleines Wunder.

Mein letzter Stern in diesem Kalender ... die Vorfreude und Aufregung steigt allmählich.



Montag, 19. Dezember 2016

Das 19.Türchen

Die letzte Woche und damit auch die letzten Tage meines Adventskalenders. Ich hoffe, ihr habt noch immer Spaß hier auf meinem blog.
Heute habe ich einen letzten Textschnipsel für euch. Ein kleiner Ausschnitt aus einer weiteren weihnachtlichen Geschichte von mir. Ich glaube, diese Geschichte war so etwas wie eine Prämiere für mich, denn bis dahin hatte ich noch nie Fantasyelemente eingebaut und damit eine Art Märchen geschrieben.
Wer diese Story kennt, hat sicherlich erkannt, welches Disney-Märchen mich dabei inspiriert hat. Hier kommt ein kleiner Ausschnitt:

Von Mäusen und Prinzen
Karo Stein
 
Ich schäle mich aus meinen Klamotten. Am Ende bin ich gefühlte fünf Kilo leichter, aber selbst der Stapel Sachen bewahrt mich auf Dauer nicht davor, regelmäßig zu erfrieren. Ich sollte duschen, aber ich mag das widerliche Gefühl nicht, das das warme Wasser auf der Haut verursacht. Deshalb ziehe ich eine Jogginghose und ein Shirt an, wickle ich mich in eine Decke, lege mich aufs Sofa und schalte den Fernseher an. Es ist mir im Grunde egal, was ich mir ansehe. Alles, was mich irgendwie ablenkt, ist gut. Nur diese kitschigen Weihnachtsfilme kann ich nicht ertragen. Am Ende bleibe ich bei einer Tiersendung über Waldmäuse hängen. Die kleinen Nager sind niedlich anzusehen und bieten genügend Unterhaltung, um meinen Kopf frei zu bekommen. Vielleicht sollte ich mir auch ein paar Mäuse anschaffen...

Allmählich taue ich auf und eine angenehme Wärme flutet meinen Körper. Obendrein schlägt die Müdigkeit mit voller Härte zu. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt zum Duschen und danach flink ins Bett kuscheln, aber ich will diesen gemütlichen Platz nicht verlassen. Nur noch ein bisschen die Mäuschen beobachten und dann...

Irgendjemand zupft an meiner Decke. Etwas Warmes berührt mein Gesicht. Klein und… fremdartig, undefinierbar... Ich gebe ein Brummen von mir und versuche das Ding mit der Hand wegzuwischen.
„Aufwachen“, ruft eine seltsam hohe und quietschige Stimme direkt in mein Ohr. Erneut spüre ich eine Wärme auf meiner Haut, die nicht von mir kommt. Federleicht, aber energisch zupft jemand an meinem Ohrläppchen.
„Wach auf!“

Für einen Traum fühlt es sich zu real an. Vermutlich kommt die Stimme aus dem Fernseher und die Berührung stammt von der letzten Fliege, die noch nicht dem Winter zum Opfer gefallen ist. Trotzdem versuche ich die Augenlider zu öffnen. Sie sind viel zu schwer. Mein Körper protestiert und verlangt nach Schlaf, aber ich sollte froh darüber sein, dass mich der Fernseher geweckt hat, denn nun kann ich ins Bett gehen. Dort ist es auf jeden Fall bequemer.

„Nun mach schon.“ Erneut ist die Stimme viel zu dicht an meinem Ohr und auch die fremde Wärme lässt sich nicht mit einer Fliege oder einem seltsamen Traum in Verbindung bringen. Das ist real.
Ich reiße die Augen auf und rutsche gleichzeitig nach oben. Irgendetwas fällt von meiner Schulter. Es ist viel zu dunkel im Zimmer, sodass ich mich noch ein Stück weiter aufrichte und die kleine Lampe neben dem Sofa anschalte. Das Licht blendet mich einen Moment, dann scanne ich blinzelnd mit den Augen die Decke ab.

„Scheiße, kannst du nicht aufpassen?“, kommt es gedämpft aus den Falten der Decke. Etwas Rotes wird sichtbar, dann erscheint ein kleiner grauer Körper … und ich … ich reibe mir über die Augen, starre zum Fernseher und wieder zurück auf die Decke, halte die Luft an und fokussiere noch einmal das Wesen, das sich aufrappelt, das Mützchen zurecht rückt und die kleinen Arme in die Seiten stemmt. Es ist eindeutig eine Maus!

„Geht‘s noch?“, fährt es mich an und stapft über die Decke, als würde es eine Gebirge erklimmen. Ich öffne den Mund und schließe ihn wieder. Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren, aber die Informationen lassen sich einfach nicht logisch verarbeiten. Im Ausschlussverfahren gehe ich alle Möglichkeiten durch: Ich bin nicht betrunken, denn ich habe den ganzen Tag nur Tee zu mir genommen. Pfefferminztee und ohne jeden Alkohol.

Ich habe auch keine illegalen Drogen genommen, außer irgendjemand hätte mir etwas in mein Essen getan.
Ich bin eindeutig wach und mein Verstand scheint auch zu funktionieren.
Der Fernseher läuft noch, aber die Sendung mit den Mäusen ist vorbei. Ich wage einen Blick auf die Uhr. Es ist kurz nach Mitternacht. Ich habe also höchstens eine Stunde geschlafen.
Die Maus krabbelt noch immer über die Decke. Sieht sie mich etwa wütend an?

„Du kannst froh sein, dass ich mir nichts gebrochen habe“, schimpft sie mit Fistelstimme und wackelt dabei mit den dünnen Ärmchen.
„Wer oder was bist du?“, frage ich und spüre, wie mein Herz schneller in der Brust zu schlagen beginnt.
„Siehst du das nicht? Bist du etwa blind?“ Sie kommt näher, rennt über meinen Arm nach oben bis zum Hals. „Ich bin eine Weihnachtsmaus“, raunt sie mir fiepend ins Ohr. Erschrocken rutsche ich vom Sofa runter und lande unsanft auf dem Boden.
„Du bist was?“ Ehe sie antwortet, rennt sie an meinem Arm wieder nach unten, baut sich vor mir auf, hebt das rote Mützchen in die Höhe und räuspert sich. „Darf ich mich vorstellen? Ich bin Karli, eine Nikomaus, im Moment in Abordnung als Weihnachtsmaus.“ Er verbeugt sich, während sich bei mir sämtliche Nackenhaare aufrichten. Ich rede mit einer Maus! Das kann doch nur ein Traum sein.
„Was willst du denn hier?“, erkundige ich mich und überlege, was ich anstellen kann, um mich selbst wach zubekommen.
„Was ist das denn für eine dumme Frage?“ Die Maus setzt sich auf die Hinterpfoten. Sie starrt mich an und wiegt das Köpfchen von rechts nach links, so als würde sie darauf warten, dass ich mir die Antwort selbst gebe. Tatsächlich beginne ich angestrengt nachzudenken.
„Das könnte eine Abwandlung von … hm, hältst du mich etwa für Ebenezer Scrooge?“
„Für wen?“
„Na, du weißt schon... die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Kommen etwa gleich drei Geister vorbei?“

Die Maus sieht mich verständnislos an.
„Dabei ist es das einzige, was unter diesen Umständen logisch erscheint. Ich meine, ich habe doch vorhin diese Mausreportage gesehen und seit Jahren bin ich ein Weihnachtsmuffel. Nur den Vorwurf mit dem Geizkragen, den lasse ich nicht gelten. Ich habe nun mal nicht besonders viel Geld und muss auch noch einen Kredit zurückzahlen und dann das Bafög und … Ich kann echt nichts spenden. Also wenn es das ist... kannst du die Geister echt wieder zurückpfeifen.“
„Bist du nicht ein bisschen groß, um an Geister zu glauben?“, bekomme ich zur Antwort. Sprachlos starre ich die Maus eine Weile an. Sie hält meinem Blick stand. Bildet sich da etwa ein Grinsen in dem kleinen grauen Gesicht? Auf jeden Fall zucken die Schnurrhaare verdächtig.

„Für sprechende Mäuse bin ich nicht zu groß?“ Die Maus kratzt sich am Kopf und rückt die rote Mütze danach grade.
„Hör zu, Cindy, wir haben nicht ewig Zeit...“
„Mein Name ist Sandy“, unterbreche ich sie murrend. Ich hasse es, wenn meine Freunde Cindy zu mir sagen, dabei habe ich doch nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem bekannten Comedystar. Ich bin weder dick noch mag ich rosa und besonders witzig bin ich auch nicht.
„Sandy?“, fragt die Maus verwundert und holt ein winziges Büchlein aus einer Tasche, die quer über seinem Bauch hängt, heraus. „Hier steht Cindy.“
Er kommt trippelnd näher. „Du bist nicht Cinderella?“

„Ich glaub, ich dreh durch. Ich muss aufwachen... unbedingt aufwachen.“ Ich springe hoch, die Maus stürzt erneut mit einem heiseren Schrei ab. Für einen Moment verharre ich, dann sehe ich aber Bewegung in der Decke und beginne im Wohnzimmer hin und her zu rennen.
„Hätte ich gewusst, dass du so gefährlich bist, hätte ich den Helm anstatt der roten Mütze aufgesetzt. Wie kannst du nur so unhöflich sein? Noch nie war jemand so unhöflich zu mir, ich bin schließlich Karli, die Weihnachtsmaus in Abordnung.“

Karli trippelt zu mir, huscht zwischen meinen Beinen hin und her und meckert vor sich hin. Irgendwann bleiben wir beide stehen. Ich gehe in die Hocke und reibe mir den Nacken.
„Also, Karli Weihnachtsmaus...“
„...in Abordnung.“
„Karli, Weihnachtsmaus in Abordnung, was willst du von mir?“
„Hm, das ist eine gute Frage“, erwidert er und holt noch einmal das winzige Buch hervor. „Hier steht Cindy, aber die Adresse ist richtig und … du bist ja auch ein Männchen. Das habe ich ganz furchtbar falsch geplant.“ Die Maus lässt sich nach hinten fallen und versteckt das Köpfchen zwischen den Vorderpfoten. „Dabei bin ich doch nur in Abordnung und es ist meine erste Aufgabe. Was habe ich denn da nur so falsch gemacht? Aber der Ball… du gehst doch morgen zum Ball?“, erkundigt sich Karli und blinzelt mich hoffnungsvoll an.

„Ball? Ich glaube nicht, nein...“, erwidere ich und Karli heult bitter auf.
„Nicht mal ein Ball? Aber was habe ich denn verkehrt gemacht?“ Er springt hoch, kreuzt die Arme auf dem Rücken und huscht hin und her. Ich beobachte ihn dabei und hoffe noch immer, dass ich demnächst aus diesem Traum erwache. Vermutlich habe ich in meinem ganzen Leben noch nie so lebendig und gleichzeitig so absurd geträumt.
„Du heißt nicht Cindy sondern Sandy...“, sinniert er.
„Stimmt.“
„Du bist auch kein Weibchen, sondern ein ziemlich großes Männchen.“
„Hm.“
„Du bist morgen nicht zu einem Ball eingeladen?“
„Also, na ja, wenn du mich so fragst... Als Ball würde ich es nicht bezeichnen... es ist...“
„Ja?“
„Morgen Abend gehe ich tanzen, nur eben nicht auf einem Ball oder so... Also nicht unbedingt märchenhaft, sondern eher...“ Ich verstumme, denn ich bin mir nicht sicher, ob so eine Maus versteht, wie es in dem Club zugeht.
„Und es ist wirklich kein Weihnachtsball?“
„Ähm...“ Ich laufe in die Küche und suche den Flyer, den mir gestern Matthias mit der Aufforderung, endlich mal wieder auszugehen, zugesteckt hat. Ich brauche eine Weile, bis sich die Buchstaben, die dort in Rot und Gold stehen, zu einem sinnvollen Wort zusammenfügen. Dann bleibt mir jedoch die Luft weg und ich lasse das Blatt fallen. Karli ist mir anscheinend in die Küche gefolgt und fängt das Papier auf.
„Na also!“, ruft er freudig und macht mit dem linken Arm eine Siegerpose. „Ich wusste es: Ein Weihnachtsball!“
„Und jetzt?“, frage ich und zupfe ihm vorsichtig das Blatt aus den Pfoten, bevor er sich die halbnackten Kerle mit den goldfarbenen Pants genauer ansehen kann.
Jetzt wird doch noch alles gut.“ 

 *****
Seit ihr neugierig, wie es weitergeht? Sucht ihr noch nach ein paar niedlichen und weihnachtlichen Mäusegeschichten? Dann empfehle ich euch diese Anthologie der HomoSchmuddelNudeln:


Mit dem Kauf tut ihr auch gleich noch Gutes, denn der Erlös dieser Anthologie geht an den Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz. 

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Und hier kommt die Gewinnerin der Weihnachtskugel:

Sabrina Schnuerer

Schwaengelbells.com und ich gratulieren herzlich!
bitte schick deine Adresse per email an kath74@gmx.de  
 

Sonntag, 18. Dezember 2016

Das 18. Türchen

Zum vierten Advent kommt mein ganz besonderes Highlight und damit verabschiedet sich die Firma Schwaengelbells.com für dieses Jahr.
Es war mir ein Vergnügen. Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß.
Diese ganz besondere Weihnachtskugel aus echtem Glas verlose ich unter allen, die heute einen Kommentar hinterlassen.

Ich wünsche euch ganz viel Glück!


Samstag, 17. Dezember 2016

Das 17.Türchen

Weiter geht es bei Schwaengelbells.com mit einer kleinen Geschichte.
Viel Spaß damit und .... pssst, schaut unbedingt morgen hier vorbei, der Chef von Schwaengelbells hat noch einen weiteren Gewinn (passend zur Geschichte) zur Verfügung gestellt.

Bevor es los geht verkünde ich hier noch die Gewinnerin der Tasse:

Kathrin
Herzlichen Glückwunsch!
bitte schick deine Adresse per email an kath74@gmx.de
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Der Zauber der Weihnachtskugel
Karo Stein

Stundenlang habe ich in der letzten Woche das Internet auf der Suche nach einem witzigen Geschenk durchwühlt. Alex, ein guter Freund und Kumpel, will eine Weihnachtswichtelfeier veranstalten und hat mich dazu eingeladen. Zuerst wollte ich absagen, aber er hat mich schließlich doch überredet. Ich steh nicht so auf diese ganzen Weihnachtsfeiern mit Freunden, Vereinen oder in irgendwelchen Clubs.
Zuhause mit der Familie mag ich es gern, aber diese Partys, die anscheinend jeder aus dem Boden stampfen muss und die am Ende nichts weiter als ein sinnloses Besäufnis sind, finde ich nicht besonders toll. Offenbar bin ich da wohl ein bisschen spießig und altmodisch, denn ich liebe diese besinnlichen Momente unter dem Weihnachtsbaum … Am liebsten mit einem Mann an meiner Seite, aber das wird wohl nur ein Traum bleiben.

Letztendlich habe ich zugesagt und mich auch sogleich auf die Suche nach einer passenden Idee begeben. Wenn schon eine Party, dann wollte ich wenigstens ein Geschenk haben, das ein bisschen verrückt und außergewöhnlich ist.

Schließlich habe ich es gefunden. Der Versand ging zügig. Jetzt halte ich den Karton in der Hand und bin mir nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee war. Dabei war meine Intention beim Bestellen ziemlich klar. Ich habe gehofft, dass einer dieser homophoben Spießer, die ebenfalls zu Alex Freunden gehören, das hier auspacken muss. In Gedanken habe ich mir schon mehrmals das Gesicht von Lars, dem Oberspinner, vorgestellt. Der coole Typ, der jedes Mädchen aufreißt, aber in der Nähe eines schwulen Kerls in Panik gerät und dann den ganzen Abend einen schwulen Witz nach dem anderen reißt und ganz nebenbei ständig irgendwelche abwertenden Bemerkungen macht.

Oder Max, das verklemmte Arschloch. Er lächelt mir ins Gesicht, aber sobald ich ihm den Rücken zudrehe, tut er so, als wenn ich ihn dazu nötigen würde, sich mit mir zu unterhalten. Ich schüttle resigniert den Kopf und frage mich, weshalb ich mir diese beiden überhaupt antue. Irgendwie hat sich das so ergeben. Sie sind schon ewig mit Alex befreundet und ich bin im ersten Semester dazugekommen. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich mir ein paar andere Freunde gesucht hätte, aber ich verstehe mich mit Alex wirklich gut. Das hat natürlich auch schon für einige Gerüchte gesorgt. Im Gegensatz zu mir ist er nicht schwul. Ehrlich gesagt spielt es für uns auch gar keine Rolle, weil wir einfach auf einer Wellenlänge schwimmen. Wir mögen die gleiche Musik, zocken die gleichen Spiele und haben sogar in den gleichen Fächern Probleme.

Erneut drehe ich die Verpackung in der Hand. In einer Stunde muss ich mich auf den Weg machen. Noch könnte ich Alex absagen. Dafür bräuchte ich allerdings eine wirklich gute Ausrede. Obendrein hätte ich echt ein schlechtes Gewissen, weil er schon seit Tagen von nichts anderem mehr spricht. Er hat alles genau geplant und sogar einen Weihnachtsmann engagiert, der die Geschenke an uns verteilt. Damit ist die Chance, dass ich einem dieser Idioten mein Geschenk unterschmuggeln kann, hinfällig.

Max und Lars sind allerdings längst nicht das einzige Problem. Mit den beiden Spinnern bin ich bisher immer irgendwie zurechtgekommen. Nein, meine Lust auf die Party ist mir eigentlich erst vor ein paar Stunden vergangen. Da hat Alex mich angerufen und ganz freudig mitgeteilt, dass sein Vater auch dabei sein wird. Fuck! Ich weiß es ist klischeehaft und bescheuert, aber ich habe mich tatsächlich in den Vater meines Kumpels verknallt. Keine kleine Schwärmerei für einen älteren Mann, sondern das volle Programm. Ein bescheuerter Blitzschlag, dazu eine ganze Horde Schmetterlinge, Bienen oder sonstiges geflügeltes Getier, die sich in meinem Bauch tummeln. Ich werde wie ein Teenager rot, wenn er mich anspricht, und mir fehlen die Worte, um ihm auch nur einigermaßen vernünftig zu antworten.

Am liebsten möchte ich mich irgendwo verkriechen, um ihn endlich aus meinem Kopf zu bekommen. Vielleicht sollte ich absagen und dann in einen Club gehen. Es wird sich mit Sicherheit ein Typ finden, der mit mir in den Darkroom verschwindet. Möglicherweise hilft schneller und anonymer Sex, um diesen Mann aus meinem Kopf zu bekommen. Ich seufze verzweifelt auf. Natürlich wird es nicht helfen, aber ich habe keine Ahnung, wie ich den Abend durchstehen soll, ohne mich total zu blamieren.
Zum Glück weiß Alex nichts davon und ich hoffe, mein Verhalten ist nicht so peinlich, dass er es demnächst von allein bemerkt.

Zu allem Überfluss ist Jens, so heißt Alex Vater, schwul. Das hat mir Alex erzählt, bevor ich den Mann überhaupt das erste Mal getroffen habe. Damals fand ich es eigentlich eher spannend, weil sie eben so eine besonderen Familienkonstellation haben. Die Eltern waren verdammt jung, als sie Alex bekommen haben. Kurz danach hat sich der Vater geoutet, aber sie haben sich trotzdem beide um den Sohn gekümmert. Mit 14 ist Alex zu seinem Vater gezogen, weil die Mutter für ein Jahr im Ausland arbeiten wollte. Wie gesagt, ich fand das alles interessant, bis dieser Mann vor mir stand und mir mit seinem Anblick die Füße unter dem Boden weggezogen hat. Jetzt wünschte ich wirklich, ich wüsste nicht so viel von ihm. Obendrein ist er Single und irgendwie … ja, also ganz theoretisch besteht die Chance …

Vermutlich bin ich ihm viel zu jung und obendrein ein Freund seines Sohnes. Das ist schon irgendwie abgefuckt … Aber trotzdem … Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich zu einem anderen Mann derart intensiv hingezogen gefühlt habe. Er hat eine echt tolle Figur und wahnsinnig blaue Augen. Ein sexy Mund, eingerahmt von einem Drei-Tage-Bart. Oh Mann, ich würde ihn wirklich gern mal küssen und … Ich presse die Augen fest zusammen und spüre, wie der Gedanke meine Fantasie anheizt. Mir wird heiß und da ist auch ein gewisser Druck in der Hose.
Ich sollte wirklich nicht in so einer Weise an ihn denken.
Abermals betrachte ich das Geschenk. Die Vorstellung, dass Jens es anstatt einer der anderen Jungs bekommt, treibt mir den Schweiß auf die Stirn. Leider habe ich spontan auch keine alternative Idee, einmal abgesehen davon, Alex anzurufen und abzusagen.

Ein weiterer Blick auf die Uhr lässt mich ungehalten aufstöhnen. Ich muss eine Entscheidung treffen. Entweder sage ich Alex jetzt ab oder ich packe alles ein und mache mich auf den Weg. Ich könnte das Geschenk auch zufällig zu Hause vergessen, aber das wäre eine ganz dämliche Ausrede.
Clubbesuch oder Weihnachtsparty? Im Grunde kennt mein Herz längst die Antwort. Auch wenn der Verstand es für keine gute Idee hält, so weiß ich doch, dass ich zur Feier gehen werde. Schon allein, um ihn heimlich zu beobachten und mir ein paar neue Vorlagen zum Träumen und wichsen zu besorgen … Vielleicht kann ich sogar ein paar Fotos von ihm machen … Diese Chance werde ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Davon abgesehen sind auch ein paar Leute da, die ich ganz gern mag.
Ich schneide das Papier zurecht und verpacke mit einem Grinsen das Geschenk.
„Schwaengelbell.com“, nuschle ich vor mich hin. So heißt der Internetshop, in dem ich eingekauft habe. Es gab so viele witzige und versaute Sachen dort, dass ich stundenlang damit beschäftigt war, alle möglichen Rubriken durchzuwühlen. Es ist schon erstaunlich, dass ich für mich nichts bestellt habe. Leider sieht es auf meinem Konto im Moment nicht wirklich rosig aus, sodass ich mir keine zusätzlichen und unnötigen Ausgaben leisten kann. Anderenfalls hätte ich in diesem Jahr meine kleine Wohnung mal so richtig festlich dekoriert. Die Rentiere waren einfach zu schön und die Kerzen in Penisform, der Türkranz und die vielen lustigen Weihnachtsbaumkugeln… Seufzend binde ich ein Band um die Kiste. Es ist eigentlich viel zu schade zum Verschenken. Vor allem, wenn wirklich einer dieser Idioten die Kiste aus dem Sack holt. Hoffentlich schmeißen sie sie nicht einfach weg.

Während ich mich auf den Weg mache, fängt es an zu schneien. Das hat mir gerade noch gefehlt. Ich ziehe die Kapuze über den Kopf und beeile mich. Bis ich ankomme, bin ich durchnässt und ziemlich erfroren.
Vor dem Haus, in dem Alex wohnt, treffe ich Lars. Er begrüßt mich mit einem Brummen und verschwindet im Inneren der Wohnung, kaum dass Jens die Tür geöffnet hat. Ausgerechnet Jens muss mir jetzt gegenüberstehen, wo ich wie ein Schneemann aussehe. Trotz der Kälte wird mir kochend heiß. Mühsam murmle ich einen Gruß und komme mich so albern vor, dass ich am liebsten wieder umdrehen möchte.
„Das Geschenk kannst du dort in den Sack packen“, sagt er und lächelt mich dabei an. Ich nicke und entledige mich meines Mitbringsels mit einem leisen Seufzen.
„Gib mir mal deine Jacke, ich hänge sie im Bad auf. Sie ist ja ganz nass.“
Ehe ich mich versehe, steht Jens viel zu dicht hinter mir und zupft an meinem Ärmel. Mit zittrigen und eiskalten Fingern versuche ich den Reißverschluss zu öffnen, aber er verklemmt sich im Stoff. Ich zerre wie ein Blöder daran und befürchte schon, dass ich mir eine neue Jacke zulegen muss, als sich plötzlich seine Hände auf meine legen.

„Moment, lass mich das mal machen.“ Verdammt, er kniet sich vor mich. Das ist so furchtbar peinlich, dass ich am liebsten im Erdboden versinken möchte. Zu allem Überfluss regt sich mein Schwanz. Ich kann gar nicht hingucken. Dieses Bild werde ich doch nie wieder aus dem Kopf bekommen.
„Was ist denn hier los?“, ruft Alex feixend und kommt auf uns zu.
„Der Reißverschluss klemmt“, sagt Jens grinsend.
„Vielleicht sollte ich sie mir einfach über den Kopf ziehen“, murmle ich heiser und versuche Jens zu entkommen.
„Quatsch, ich habe es gleich“, erwidert dieser und zwinkert mir zu.
„Ihr wisst schon, wie das aussieht, oder?“, fragt Alex und krümmt sich vor Lachen.
„Idiot“, fluche ich und werfe ihm einen grimmigen Blick zu.
„Fertig“, ruft Jens in diesem Moment. Ich mache regelrecht einen Satz nach hinten, um seiner Nähe zu entkommen. Außerdem hoffe ich, dass er nicht doch noch bemerkt hat, dass ich hart geworden bin. Ich habe leider eine ziemlich enge Hose an.

Mit einem gemurmelten „Danke“ verziehe ich mich schließlich und geselle mich zu zwei Frauen, die ebenfalls zu meiner Lerngruppe gehören. Deshalb quatschen wir die meiste Zeit auch über unser Studium, über die Professoren und die Prüfungen, die bereits Ende Januar auf uns warten. Wir nehmen uns vor, die nächsten Wochen intensiver zu büffeln.
Eigentlich finde ich, dass Glühwein nur etwas für draußen ist, aber ich habe meinen Becher bereits zum dritten Mal nachgefüllt. Die Wirkung lässt sich nicht verleugnen. Mir ist nicht nur entsetzlich heiß, sondern auch ein bisschen schwindelig.

Immer wieder suche ich nach Jens. Wieso sieht er nur so verdammt sexy aus? Ich würde mich auf der Stelle von ihm vernaschen lassen. Allein der Gedanke bringt mein Herz zum Stolpern und ein heftiges Kribbeln erfasst meinen Schwanz. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich keine Chance habe. Wie auch? Ich bin Alex Freund und er ist sein Vater … Heißt es nicht immer, dass wir für unsere Eltern niemals aufhören, Kinder zu sein? Noch heute kümmert sich meine Mutter um meine Klamotten, sobald ich zu Besuch komme. Sie kauft mir Unterhemden, damit sich meine Nieren nicht verkühlen. Dabei finde ich die Dinger so unsexy wie nichts auf der Welt. Natürlich will ich meinem Körper keinen unnötigen Schaden zufügen, aber ich trage sie trotzdem nicht. Vermutlich gehört die Sache mit dem Reißverschluss in die gleiche Kategorie. Die winzige erotische Stimmung habe ich mir nur eingebildet, weil Jens einfach nur den Jungen gesehen hat, der zu doof war, seine Jacke anständig zu öffnen. Sollte er meine Erektion bemerkt haben, dann hat er sich vermutlich nur über die Jugend amüsiert. Scheiße, das ist echt bescheuert.

Ich nehme meinen leeren Becher und gehe in die Küche, um das miese Gefühl mit mehr Glühwein zu vernichten.
„Gleich geht es los“, sagt Alex und klatscht freudig in die Hände. „Was ist denn in deinem Päckchen drin?“
„Das verrate ich nicht, aber es wäre so cool wenn einer deiner Arschlochfreunde es bekommen würde.“
„Nenn sie doch nicht so. Eigentlich sind Lars und Max total in Ordnung.“
„Wenn man von ihrer winzigen homophoben Ader absieht“, füge ich grinsend hinzu.
„Na ja, so sind sie halt, aber ich glaube, sie meinen es eher lustig.“
„Findet das dein Vater auch witzig oder sind sie zu ihm nicht so?“
„Hm, irgendwie sind sie da anders.“
„Wow, dann darf ich mich also besonders geehrt fühlen?“
„Mensch, Malte. Ärgere dich nicht über die beiden. Sie sind es echt nicht wert.“
„Es sind deine Freunde...“, gebe ich zu bedenken, aber Alex zuckt nur mit den Schultern.
„Ich komme gut mit ihnen zurecht, aber ich habe ihnen auch schon ziemlich oft gesagt, was ich von ihren bescheuerten Kommentaren und Witzen halte. Du weißt, dass ich auf deiner Seite stehe.“
„Sorry“, erwidere ich und bekomme tatsächlich ein schlechtes Gewissen. Eigentlich will ich gar nicht, dass er sich für irgendeine Seite entscheiden muss. Immerhin haben die beiden mit mir ein Problem und das hat ja nichts mit Alex zu tun.

„Also verrätst du mir, was du gekauft hast?“
„Hast du schon mal von dem Internetshop Schwaengelbell.com gehört?“, frage ich grinsend.
„Nein“, erwidert er, aber irgendwie schaut er mich dabei so seltsam an. Vermutlich habe ich wirklich schon zu viel Alkohol getrunken. „Aber der Name klingt echt geil.“
„Die haben allerlei Weihnachtszeug und es ist ziemlich schwul und versaut und ...“
„Oh mein Gott. Was ist in dem Päckchen?“
„Eine rote Weihnachtkugel, auf der zwei Rentiere ficken.“
„Nicht dein Ernst“, brüllt Alex lachend. „Scheiße, welches war dein Päckchen? Ich will es haben.“
„Vielleicht hast du ja Glück“, behaupte ich und lache ebenfalls.
„Du kommst auf verrückte Ideen. Hast du noch mehr bei Schwaengelbells gekauft?“ Und schon wieder sieht er mich mit so einem seltsamen Blick an. Irritiert schüttle ich den Kopf.
„Ich musste mich echt zurückhalten, sonst hätte ich mir das eine oder andere Teil gekauft. Es gab auch so tolle Tassen ...“
„Du bist echt irre. Da bin ich ja gespannt, wer sie bekommt.“
„Ich hoffe noch immer auf Lars oder Max“, gebe ich grinsend zu.
„Das wäre aber eigentlich schade. Ich sollte sie vielleicht meinem Vater in die Hände spielen.“
Vor Schreck verschlucke ich mich und laufe puterrot an. Die Möglichkeit, dass Jens diese Kugel bekommt, versetzt mich in Panik. Zum Glück steht ja kein Name dabei oder irgendetwas anderes, was auf mich schließen lässt.

Etwas später geht die Bescherung los. Der Weihnachtsmann, den Alex organisiert hat, sitzt auf einem bequemen Sessel. Der Sack mit den Geschenken steht neben ihm. Wir haben uns alle um ihm herum drapiert. Seltsamerweise steht Jens dicht neben mir. Vermutlich ist es der Alkohol, der mein Hirn vernebelt, aber ich lehne mich möglichst unauffällig gegen ihn. Ein dezenter Parfümduft hüllt mich ein. Ich würde jetzt wirklich gern meine Nase gegen seinen Hals drücken. Immerhin lässt er sich mein aufdringliches Verhalten gefallen und ergreift nicht die Flucht.
Vielleicht ist es allerdings auch nur wieder so ein Vater-Ding. Er hat sicherlich längst bemerkt, dass ich nicht mehr ganz nüchtern bin und …

Meine Aufmerksamkeit wird auf den Weihnachtsmann gelenkt, der zuerst ein paar Frauen nach vorn ruft. Jede darf sich auf seinen Schoß setzen, während sie ihr Päckchen auspackt. Es kommen lustige bis alberne Sachen zum Vorschein. Weihnachtsdekorationen, Eulen in allen Variationen, Süßigkeiten …

Als Max an der Reihe ist, halte ich die Luft an. Leider greift er nach einem anderen Paket.
„Mist“, fluche ich enttäuscht vor mich hin.
„Alles in Ordnung?“, erkundigt sich Jens. Kommt es mir nur so vor oder ist sein Gesicht viel zu nah? Ich starre in seine Augen, was die Insekten in meinem Bauch aufscheucht und meinen Bauch zum Vibrieren bringt.
„Ich … ja, war nur ...“ stammle ich unsinnig vor mich hin, schüttle den Kopf und versuche mich wieder auf den Weihnachtsmann zu konzentrieren. Der kommentiert jedes Geschenk mit witzigen Sprüchen. Es wäre eigentlich eine echt lustige Aktion, wenn mich Jens Nähe nicht total von den Socken hauen würde … Apropos Socken, die hatte gerade Lars in seinem Päckchen. Rote Socken mit Rentiergesichtern … Fuck, die poppenden Tierchen gehen also an jemand anderen.
Entsetzt stelle ich fest, dass Jens auch noch nicht vorn war. Ebenso wie ich, aber mein Name wird in diesem Moment aufgerufen. Ich wanke ein wenig, schaffe es aber ohne Zwischenfall auf den Schoß des Weihnachtsmannes.

„Na, was darf es denn für dich sein?“, erkundigt er sich mit einem Schmunzeln.
„Ein Arschpfropf wäre bestimmt toll für ihn“, ruft Lars, der Idiot. Ich presse die Lippen fest zusammen. Der Weihnachtsmann scheint verwirrt zu sein, auch die anderen reagieren nicht darauf. Die seltsame Stille macht es noch schlimmer und peinlicher für mich.
„Vielleicht habe ich ja Glück“, nuschle ich und grinse verlegen. Ich schnappe wahllos nach einem kleinen Geschenk und fördere eine kitschige Nussknackerfigur zu Tage.
„Ein Nussknacker ist auch passend, oder Malte?“, ruft Lars erneut. Ich strecke ihm den Mittelfinger entgegen und verschwinde mit meinem Geschenk aus dem Raum.
Im Flur denke ich einen Moment darüber nach zu gehen. Es würde vermutlich gar nicht auffallen. Ich bleibe zögernd vor meinen Klamotten stehen, drehe mich dann jedoch um und steuere erneut die Küche an. Irgendwie interessiert es mich jetzt nicht mehr, wer die Kugel bekommt. Ich hätte sie für mich behalten sollen … Es wäre überhaupt besser gewesen, wenn ich mir diesen Besuch gespart hätte.

Lars erscheint nun ebenfalls in der Küche. Scheiße, der hat mich gerade noch gefehlt. Er geht zum Topf mit dem Glühwein und gießt eine Kelle voll in seine Tasse.
„Willst du auch noch?“, fragt er und deutet auf meinen Becher. Stirnrunzelnd verneine ich.
„Manchmal bin ich ein Idiot“, sagt er schließlich und stellt sich neben mich.
„Und?“, erkundige ich mich und hoffe, es klingt so genervt, wie ich mich fühle.
„Ist nichts Neues, oder?“ Er lacht leise und trinkt einen Schluck. „Ich hoffe, du weißt, dass es nicht persönlich ist.“
„Nicht persönlich?“, frage ich ungehalten. „Natürlich ist es das. Du machst Witze über meine Sexualität, dabei geht sie dich nichts an, solange wir nicht miteinander ficken.“
Lars verzieht das Gesicht, aber ich habe echt die Nase voll. „Es ist persönlich, weil du dich über etwas lustig machst, für das ich nichts kann. Glaubst du es macht Spaß, der schwule Kerl zu sein, bei dem jeder Hetero die Arschbacken zusammenkneift und auf Abstand geht? Ich verurteile dich auch nicht für die Frauen, mit denen du es treibst, und ehrlich, ich will gar nicht wissen, was ihr macht, aber ich habe gehört, dass es vielen Männern ebenfalls gefällt, wenn Frauen ihren Arsch hinhalten. Wo ist der Unterschied?“
Ich rede mich in Rage und der Glühwein in meinem Blut heizt mich noch zusätzlich an.
„Sorry, vermutlich hast du recht.“
„Fick dich“, antworte ich grimmig und gehe wütend an ihm vorbei.

Jetzt bin ich mir sicher, dass es besser ist zu gehen. Ich wühle mich durch den Stapel Jacken, als sich hinter mir jemand räuspert. Auf eine weitere dämliche Entschuldigung habe ich echt keinen Bock.
„Eine beeindruckende kleine Rede“, sagt eine Stimme hinter mir. Ich muss mich nicht umdrehen, um zu wissen, zu wem sie gehört. Meine Knie werden automatisch weich. Ich zucke mit lediglich mit den Schultern und suche weiter nach meiner Jacke.

„Der Weihnachtsmann war echt nett zu mir. Er hat mir diese tolle Kugel geschenkt.“
Entsetzt fahre ich herum und beobachte mit vor Schreck geweiteten Augen, wie Jens die Kugel betrachtet. „Ich liebe Schwaengelbells, da habe ich schon einiges bestellt, aber das hier fehlt noch in meiner Sammlung.“
„Sammlung?“, murmle ich. Das Blut rauscht in meinen Ohren und das schwindlige Gefühl verstärkt sich augenblicklich. Jens kommt auf mich zu. Das Grinsen, das seinen Mundwinkel umspielt, erscheint mir irgendwie raubtierhaft. In diesem Moment habe ich nicht mehr das Gefühl, dass er mich wie ein Vater ansieht, sondern eher … Meine Fantasie spielt mich ganz bestimmt einen Streich. Ich bin ein Idiot, wenn ich aus diesem Grinsen irgendeine Hoffnung ableite.

„Willst du sie vielleicht mal sehen?“
„Weiß nicht“, antworte ich verwirrt. Er steht so dicht vor mir, dass ich wirklich nur den Kopf ein Stück heben muss, um seine Lippen zu berühren. Mir wird so flau im Bauch, dass ich Angst habe, mich zu übergeben.
„Ich könnte den Frühstückstisch mit dem geilen Rentiergeschirr decken...“
„Frühstück?“, wiederhole ich stotternd.
Jens lacht, stellt die Kiste mit der Kugel vorsichtig zur Seite und umfasst mein Gesicht mit seinen Händen. Er bringt mich dazu ihn anzusehen. Ich schlucke schwer. Mein Herz hämmert so hart in der Brust, dass es mir vermutlich die Rippen brechen wird. Panisch ziehe ich die Unterlippe zwischen meine Zähne. Das ist nur ein Traum... in Wirklichkeit stehe ich noch immer in der Küche und unterhalte mich mit Lars. Ein Abwehrmechanismus, um diesen Idioten zu ertragen. Es fühlt sich allerdings viel zu real an, als seine Lippen sanft über meinen Mund schmusen. Ich stöhne ungehalten auf und versuche zu begreifen, was hier passiert.

„Die ganze Zeit halte ich mich zurück, weil du der Freund meines Sohnes bist. Viel zu jung und … keine Ahnung, ich habe tausende Argumente, die mich zurückhalten. Und dann sagt Alex, dass ich mich nicht so anstellen soll. Du wärst total verknallt in mich und ich sollte endlich meinen Arsch bewegen, bevor dich ein anderer Kerl wegschnappt.“
„Was?“, quietsche ich wenig männlich.
„Hat er unrecht? Ich hoffe nicht, denn ich bin wirklich sehr interessiert.“
„Sehr interessiert?“, wiederhole ich und komme mir wie eine kaputte Schallplatte vor. „Seit wann und warum?“
„Seit ich dich das erste Mal gesehen habe. Es war, als würde mein Schädel explodieren. Ich habe wirklich versucht, dieses unfassbare Gefühl zu ignorieren … Wenn du die Sache nicht sofort unterbindest, könnte es sein, dass ich nie wieder aufhören kann.“

„Unterbinden? Ganz bestimmt nicht.“ Mit einem kleinen Aufschrei schlinge ich die Arme um seinen Hals und drücke mein Gesicht endlich gegen die warme Haut am Hals. Tief atme ich seinen wunderbaren Duft ein und fühle mich so unglaublich berauscht, dass ich noch immer den Eindruck habe, in einem Traum gefangen zu sein.
„Ein Weihnachtswunder“, ruft Alex hinter uns und klatscht in die Hände. Es ist mir peinlich, ihn anzusehen, also verkrieche ich mich regelrecht in Jens.
„Mach ihn nicht kaputt“, ermahnt er seinen Vater und mein Gesicht steht abermals in Flammen.
„Keine Sorge, ich passe gut auf ihn auf.“
„Perfekt“, erwidert Alex. Jetzt linse ich doch vorsichtig über Jens Schulter. Alex zwinkert mir zu und streckt einen Daumen in die Luft. Ist es wirklich so einfach?
„Also“, fragt Jens und schiebt mich ein Stück von sich weg. „Wie sieht es aus mit dem Frühstück?“
„Okay“, erwidere ich unsicher. „Wann soll ich morgen da sein?“
Jens sieht mich amüsiert an, dann kratzt er sich scheinbar verlegen am Kopf.
„Also ich dachte … ich dachte, wir hängen jetzt die Kugel gemeinsam an den Baum. Dann zünden wir ein paar Kerzen an und … und ...“
„Du willst, dass ich bei dir übernachte?“, frage ich atemlos.
„Keine Sorge, wir müssen nichts überstürzen oder so, obwohl mich deine kleine Ansprache in der Küche übers Ficken ziemlich angemacht hat … einfach ein bisschen kuscheln würde mir reichen. Ich habe gerade das stürmische Bedürfnis dich nicht mehr loszulassen.“
„Ich glaube, ich stecke in irgendeinem Traum fest. Woher weiß ich, dass das hier echt ist?“ Mir schwirrt der Kopf.

„Hilft das?“, fragt er, greift nach meinem Kinn und küsst mich zärtlich. Seufzend erwidere ich die Berührung und heiße seine Zunge in meinem Mund willkommen. Er schmeckt toll, ein bisschen nach Glühwein und Zimt. Vermutlich werde ich davon noch betrunkener, denn meine Beine tragen mich kaum noch und in meinem Kopf scheint sich nur noch angenehme Leere zu befinden.
Als wir uns atemlos lösen, sieht Jens mich fragend an. Zuerst begreife ich nicht, aber dann wackle ich gespielt nachdenklich mit dem Kopf.
„Ich schätze, ich brauche noch ein bisschen mehr davon.“






Freitag, 16. Dezember 2016

Das 16. Türchen

Für alle, die gern wie Micha  und Robert aus "Von Rentieren und Ritualen" ihren Kaffee oder Tee aus einer Tasse mit besonders glücklichen Rentieren trinken möchten, verbirgt sich hinter dem 16. Türchen eine besondere Überraschung.

Schwaengelbells.com hat mir eine Tasse zur Verfügung gestellt, die ich unter allen, die einen Kommentar unter diesen Post schreiben, verlose. Sie ist zwar recht schlicht, aber vielleicht mögt ihr sie ja trotzdem oder gerade deswegen.
Viel Glück!




Donnerstag, 15. Dezember 2016

Das 15. Türchen

Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn auf dieses Adventskalenderwochenende freue ich mich schon eine ganze Weile.
Heute geht es los. Ein ganz besonderer Internetshop öffnet exklusiv für euch seine Pforten. Was vor ein paar Jahren als Scherz in einer Kurzgeschichte begann, ist inzwischen beinahe so etwas wie ein Running gag geworden. Und irgendwie macht es Spaß da noch ein bisschen mehr herauszuholen.
Fangen wir jedoch am Anfang an ... back to the roots ... gewissermaßen.
Ich wollte eine kleine Weihnachtsgeschichte für einen Anthologie schreiben. Obwohl ich die Weihnachtszeit wirklich liebe, war ich ein bisschen ratlos und dann kam eine etwas merkwürdige Idee.
Für alle, die meine Geschichte "Von Rentieren und Ritualen" nicht kennen, habe ich hier einen kleinen Textschnispel.
Im letzten Jahr habe ich die Geschichte zusammen mit einer weiteren als ebook herausgebracht.
"Von Männern und Weihnachten" gibt es nun kostenlos in allen Shops.
Hier geht es zum ebook: Von Männern und Weihnachten

Und jetzt gibt es einen kleinen aus der Geschichte:

Musik erklang … Weihnachtsmusik! Ein flaues Gefühl machte sich in meinem Magen breit und meine Unterhose passte augenblicklich. Seit wann besaßen wir denn Weihnachtslieder? Und wer wollte schon so etwas am frühen Morgen hören? Ich lauschte noch einmal, hoffte, dass die Klänge vielleicht von nebenan kamen. Aber nein, das war eindeutig bei uns. Noch einmal polterte es laut. Kurz darauf hörte ich Robert fluchen und hoffte, dass er die CD kaputtgemacht hatte.

„Alles in Ordnung da drüben?“, fragte ich scheinheilig. Die Hand hatte ich bereits auf der Türklinke. „Nur noch einen Moment, Micha. Gleich ist alles fertig.“
Ich hielt inne, nur die Hand blieb, wo sie war. Für den Notfall, dass er eben doch meine Hilfe bräuchte … zum Beispiel, um die Höllenmusik auszumachen.
„Jetzt kannst du reinkommen“, rief er fröhlich und mein Kopfkino stellte sich von allein an. Ich würde sehr gern reinkommen und die Musik einfach ignorieren … beim Reinkommen.

Ich sah es direkt vor mir. Robert und Nutella, vielleicht noch ein paar andere süße Leckereien, alles verführerisch auf seinem Körper angerichtet … Mit schnellen Schritten war ich im Wohnzimmer und blieb abrupt stehen. Das konnte nicht sein Ernst sein. Mit Entsetzen sah ich auf den Tisch. Da lag kein Robert, da stand ein Adventskranz, dazu Weihnachtsgeschirr, Tannenzweige … Instinktiv schloss ich die Augen und hoffte, wenn ich sie wieder öffnete, dass alles verschwunden war. Natürlich klappte es nicht. Ich drehte mich zu Robert um und sah ihn verzweifelt an. Das konnte doch nur ein Albtraum sein. Ein schlechter Scherz. Aber in dem Moment, in dem ich in Roberts Augen sah, wusste ich, dass es nichts dergleichen war. Er strahlte über das ganze Gesicht.

„Gefällt es dir?“, fragte er erwartungsvoll.
„Wo ist das Nutella an deinem Körper?“, erkundigte ich mich verzweifelt und sah noch einmal zum Tisch. Da stand das Glas, unschuldig, zwischen all dem Weihnachtskram.
Ich nahm Roberts intensiven Blick wahr und machte den Fehler, ihm in die Augen zu sehen. Dafür bräuchte er einen Waffenschein, denn damit machte er mich vollkommen verrückt, willig und gefügig. Das eine oder andere Mal hatte ich mich bereits gefragt, wie er es immer wieder anstellte, dass ich letztendlich seinem Willen nachgab … Nicht nur nachgab, sondern tatsächlich den Eindruck hatte, es selbst gewollt zu haben. Und genau dieser Blick war es, der in Sekunden meine Abwehr und meinen Schock schmelzen ließ.
„Was soll das denn?“, fragte ich ihn trotzdem und hoffte, dass er meine Qual heraushörte.
„Es ist doch der erste Advent. So ein bisschen weihnachtlich kann es doch auch bei uns aussehen.“
„Weihnachtlich? Warum?“
„Ach Micha, sei doch nicht immer so unromantisch“, erwiderte er kichernd und drückte seine Lippen auf meine. Das war nur ein kleiner Trost für meine Nutella-Fantasie. Ich erwiderte den Kuss gierig, als wäre er mein letzter Anker vor dem Ertrinken. Meine Hände landeten auf seinem Hintern und zogen ihn dichter an mich heran, während meine Zunge sich zwischen seine Lippen schob. Von Verzweiflung getrieben, forderte ich ein heftiges Duell und massierte gleichzeitig die perfekt gerundeten Pobacken. Robert stöhnte, vergrub seine Hände in meinen Haaren und verursachte damit eine wohlige Gänsehaut. Nach einer Weile löste er den Kuss und sah mich mit leicht geröteten Wangen an.

„Frühstück?“
Der verlockende Kaffeeduft ließ mich für einen Moment vergessen, dass ich am liebsten aus dem Zimmer geflohen wäre. Ich nickte ergeben und setzte mich an den Tisch.
Ich starrte den Adventskranz mit der brennenden Kerze an und stutzte. Bei genauerer Betrachtung runzelte ich die Stirn und sah Robert fragend an.
„Ist es das, was ich glaube zu sehen oder spielt mir meine Geilheit einen Streich?“, fragte ich fassungslos und fasziniert gleichermaßen. Noch ehe mir Robert eine Antwort gab, glotzte ich abermals den Kranz an. Diese Kerzen … das waren …

„Unglaublich, was für ein toller Adventskranz!“ Ich fing an zu lachen und auch Robert stimmte mit ein.
„Hat ja lange gedauert, bis du es erkannt hast“, sagte er kichernd.
„Sind das wirklich Schwanzkerzen mit roten Weihnachtsmützen auf unserem Kranz?“, erkundigte ich mich glucksend und nahm eine der Kerzen aus der Halterung heraus.
„Niedlich, oder?“
„Ich weiß nicht, irgendwie verspüre ich körperliche Schmerzen, wenn ich einen brennenden Penis vor mir sehe …“
Die rote Zipfelmütze verdeckte nahezu schamhaft die Eichel und der Docht, der oben angebracht war, erinnerte mich an ein Experiment vor vielen Jahren, das ziemlich schmerzhaft endete.
„Ach Quatsch!“, unterbrach Robert meine Gedanken, „Ich kann es gar nicht erwarten, bis alle vier brennen.“
Seine Augen schienen mit der Flamme um die Wette zu leuchten.
„Ich kriege Angst vor dir“, erwiderte ich prustend.

Unsere Blicke trafen sich und abermals versank ich in diesem unendlichen Blau … tiefer und tiefer … bis ich das Gefühl hatte, ganz von ihm durchdrungen zu sein. Ein kitschiges Gefühl, das dafür sorgte, dass meine Haut zu kribbeln begann. Natürlich würde ich mit der Weihnachtsdeko leben, schon deshalb, weil es Robert glücklich machte. Anscheinend gefiel ihm die Vorstellung, Peniskerzen auf dem Tisch zu haben und zuzusehen, wie die roten Weihnachtsmützen langsam zu schmelzen begannen und in dicken Tropfen am Schaft hinunterliefen.

Seine Hand vor meinen Augen brachte mich in die Realität zurück.
„Hast du keinen Hunger?“, fragte er und klang noch immer aufgeregt.
„Hunger?“ Ich wusste gar nicht, wovon Robert redete.
„Ich halte dir jetzt schon mindestens eine Minute lang die Brötchen unter die Nase. Wo bist du nur mit deinen Gedanken?“ Robert schüttelte den Kopf, während ich automatisch zugriff. Wo meine Gedanken waren? Die fuhren gerade Achterbahn, zusammen mit meinen Gefühlen. Seufzend legte ich das Brötchen auf den Teller, der vor mir stand und griff gedankenverloren nach meiner neuen weihnachtlichen Tasse. Ich brauchte dringend einen Schluck Kaffee. Nur flüchtig fiel mein Blick auf das Bild. Nur für diesen kurzen Moment, den es brauchte, um die Tasse zum Mund zu führen. Aber dieser Augenblick reichte, um sie wieder von mir weg zuhalten und das Motiv in Augenschein zu nehmen.

„Schatz, was machen die beiden Rentiere auf meiner Tasse?“, fragte ich leise und hielt den Kopf ein wenig schief. Vielleicht würde eine andere Perspektive das Bild verändern. Ich sagte auch niemals Schatz zu Robert, aber im Moment kam mir diese Bezeichnung passend vor.
„Sie haben sich lieb“, sagte er ernst.
„Sie haben sich sehr lieb, wie mir scheint.“ Ich drehte die Tasse in meiner Hand.
„Ja ... sehr ...“ Das Lachen in seiner Stimme war nicht mehr zu überhören und auch meine Mundwinkel begannen allmählich zu zucken.
„Okay, halten wir mal eben fest: Vor mir brennt ein männliches Geschlechtsteil auf dem Adventskranz, auf meiner Tasse treiben es zwei Rentiere und wenn ich die Serviette von meinem Teller nehme …“ Ich tat es und verdrehte die Augen. „Natürlich, auch auf meinem Teller tummeln sich kopulierende Rentiere. Wer hätte das gedacht!“ Auf dem Teller war sogar noch deutlicher zu erkennen, was die Tierchen trieben. Der vordere verdrehte vor lauter Glück die Augen, während den Nüstern des hinteren eine kleine Dampfwolke entstieg. Er schien sich mächtig anzustrengen und es war ja auch recht kalt, dort oben im hohen Norden … Ich schüttelte den Kopf und legte die Serviette wieder auf den Teller.

„Also, was habe ich nicht mitbekommen?“, erkundigte ich mich und wusste nicht, ob ich lachen oder wütend sein sollte. „Wann hast du beschlossen, dass wir Pornoweihnachten feiern?“
„Das ist doch total süß“, erwiderte Robert. Ich nickte mechanisch.
„Süß? Du mit einer Menge Nutella auf dem Körper, das wäre süß gewesen, aber das hier ...“
„Was hast du nur mit dem Nutella?“, fragte er und seine Stimme bekam diesen leicht gereizten Tonfall. „Nichts, vergiss es.“ Ich trank einen Schluck Kaffee, um meine gereizten Nerven zu beruhigen. Das Bild auf der Tasse gab dem Begriff Kaffeesahne eine ganz neue Bedeutung.

„Wo hast du das ganze Zeug nur her?“
„Aus dem Internet.“ Robert klang deutlich angepisst. Offensichtlich hatte er eine andere Reaktion von mir erwartet. Dabei war ich doch wirklich ruhig.
„Du verbringst eindeutig zu viel Zeit vor dem PC“, murmelte ich vor mich hin. Natürlich hörte er meine Worte.
„Ich wollte eigentlich nur nach ein wenig Deko suchen und dann bin ich auf diese Seite geraten. Schwaengelbells dot com.
Ich spuckte meinen zweiten Schluck Kaffee quer über den Tisch und fing an wie wild zu husten. Robert klopfte mir gönnerhaft auf den Rücken.
„Ist nicht dein Ernst“, brachte ich mühsam hervor, als ich meinen Hustenanfall unter Kontrolle hatte. „Doch. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt, aber diese Seite ist echt großartig. Du glaubst gar nicht, was es da alles gibt …“
„Und die heißt tatsächlich Schwaengelbells?“, fragte ich. Robert nickte eifrig. Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was es da alles gab, aber ich hatte das Gefühl, dass ich noch eine Menge davon kennenlernen würde ...


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