Caro Sodar, Mia Grieg, Sitala Helki und Karo Steinn auf der Buch Berlin

Freitag, 29. Mai 2015

Der Juni wird spannend....

Eigentlich mag ich den Juni gar nicht. Das hat sehr persönliche Gründe, denn in diesem Monat hat sich mein Leben auf so ungeheuerliche Weise verändert, dass ich es manchmal noch immer nicht begreifen kann. Das ist nun jedoch schon beinahe 16 Jahre her und es wird wohl Zeit, dem Monat wieder eine Chance zu geben. Er macht es mir nicht leicht, ihn weiterhin mit "Verachtung" und Trauer zu strafen.
Deshalb werde ich das, was sich mir bietet, annehmen und hoffen, dass es so schön wird, wie meine Vorfreude. Aus diesem Grund dachte ich mir, ich teile Euch mit, was im Juni auf mich und euch zukommt. Vielleicht können wir an der einen oder anderen Stelle den Monat gemeinsam feiern.

Fangen wir damit an, dass der vorraussichtliche Erscheinungstermin für mein neues Buch, eine kleine gay- Fantasy Geschichte, der 10.6. ist. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es auch wirklich bis dahin schaffe, aber noch will ich das Datum nicht verwerfen. Auf jeden Fall wird das Buch im Juni erscheinen.
Auf Facebook konntet ihr bereits einen ersten Blick auf das Cover werfen. Leider musste es ein klein wenig geändert werden, da es ein Problem mit dem Titel gab.
"Flammenerbe" trifft es ebenso gut und deshalb möchte ich es euch an dieser Stelle auch nicht vorenthalten.
Am Liebsten würde ich mich noch nicht zum Inhalt äußern, aber vielleicht ist es doch an der Zeit ein bisschen zu verraten:
Mathis ist ein Prinz, der sein ganzes Leben auf eine besondere Aufgabe vorbereitet wird. Leider spricht niemand mit ihm darüber. Als er am Vorabend des großen Tages die riesigen Holzstapel im Hof sieht, überfällt ihn jedoch ein mulmiges Gefühl. Sein treuer Diener Etzold findet heraus, wofür das Holz ist und drängt Mathis zu einer überstürzten Flucht. Durch ein Portal gelangt der verunsicherte Prinz in unsere Welt und trifft dort auf Justus. 
Justus ist jemand, der sein Leben gern unter Kontrolle hat und es möglichst unkompliziert mag. Sex holt er sich im Darkroom, an menschlichen Beziehungen ist er nicht interessiert. Seine Arbeit als Arzt in einer kleinen, aber gut gehenden Praxis füllt ihn aus und sein  Haus ist der Ruhepool, den er braucht. Weshalb er ausgerechnet Mathis mit nach Hause nimmt, kann er sich beim besten Willen nicht erklären. Als dieser auch noch in seiner Küche zusammenbricht, macht Justus eine Entdeckung, die ihn an seinem Verstand zweifeln lässt. Aber das Erbe der Flammen lässt sich nicht verstecken und die beiden Männer müssen einen Weg finden, damit umzugehen....

Neugierig? Ich hoffe, die Geschichte wird euch gefallen, auch wenn ich mir sicher bin, dass sie nicht für jeden Geschmack geeignet ist. Ich habe ein sehr spezielles Thema gewählt, aber ich werde auf Fanfiktion und bei bookrix eine Leseprobe einstellen, damit ihr bereits im Vorfeld entscheiden könnt, ob ihr so einen "Mist" lesen wollt. Ich gebe zu, dass ich beim Schreiben viel Spaß habe. Vermutlich wird es auch deshalb immer länger.

Aber das ist ja längst nicht alles, was der Juni für mich bereithält. Ich darf wieder lesen! Am 11.6. bin ich in Goslar. Die Aidshilfe Goslar hat mich eingeladen und ich habe freudig angenommen.
Um 19 Uhr startet die Lesung in der Buchhandlung Brumby  ( Breiter Weg7).
Diesmal werde ich ein bisschen mehr aus dem "WhiskyTeufel" lesen, aber auch ein paar kurze Einblicke in meine anderen Bücher geben. Wer also zufällig in Goslar und Umgebung ist, kann gern vorbei kommen. Ich habe natürlich auch ein paar Bücher im Gepäck und einen Stift für eine persönliche Widmung. Dass ich bereits jetzt furchtbar aufgeregt bin, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
ich musste ja herzhaft lachen, als ich das Bild entdeckt habe, mal gucken, ob es schweinisch wird!

Gleich danach kommt mein liebster Freund und Bruder mich besuchen... Okay, das ist dann eher eine persönliche Angelegenheit, aber sie macht mich ebenfalls sehr froh.

Und dann kommt quasi der monatliche Höhepunkt... obwohl eine Gewichtung sicherlich gar nicht wirklich zu machen ist. Trotzdem freue ich mich ungeheuer darauf, dass ich am 20. und 21. 6 beim Schwul-Lesbischen Stadtfest in Berlin sein werde. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Ich freue mich auf liebgewonnene Autoren, die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz und natürlich auch auf den einen oder anderen Leser, auf ein buntes und lustiges Fest und viele neue Eindrücke.

Für einen Monat, in dem ich mich sonst am liebsten komplett verkrochen hätte, ist doch ziemlich viel los.
Ach ja, zum Ende des Monats wird es hoffentlich auch den zweiten Teil meiner kleinen Serie "Alles Liebe" geben.... Ich versuche unendlich fleißig zu sein. 


Mittwoch, 20. Mai 2015

Mein persönlicher Rainbowflash

Neben ein paar Tagen Urlaub, die eigentlich gar keine richtige Erholung waren, weil mein Kopf noch mitten in meiner Geschichte steckte und ich kaum loslassen konnte, habe ich am 17. Mai zum ersten Mal persönlich an einem Rainbowflash teilgenommen.
Am Anfang war ich mir nicht so sicher, ob überhaupt etwas stattfinden würde, denn außer ein paar Regenbogenflaggen am Leuchtturm in Warnemünde war nicht viel zu sehen. Das lag vermutlich in erster Linie am Wetter. Denn zuerst regnete es wie verrückt, dann war so es stürmisch, dass man quasi selbst als Luftballon fungieren konnte.
Ich war schon ein bisschen enttäuscht, schließlich hatte ich meine Familie dorthin verschleppt und das Wetter war so unangenehm, dass man nicht mal richtig an den Strand gehen konnte.
Aber dann haben sich doch noch die Wolken verzogen und einen strahlendblauen Himmel freigegeben. Dazu wunderbarer Sonnenschein, nur die Temperaturen wollten irgendwie nicht nach oben klettern.
Bestückt mit Wünschen machte sich die Schar bunter Luftballons auf den Weg. Das war wirklich ein schönes Bild.
Obendrein habe ich noch meinen allerersten Aids-Teddy gekauft. Der süße Kerl sitzt jetzt bei mir im Regal und bewacht meine Bücher. So wie ich mich kenne, wird er dort nicht lange allein bleiben.
Jetzt stürze ich mich jedoch wieder in meine Geschichte und hoffe, ich kann euch bald ein paar mehr Neuigkeiten dazu verraten.

Sonntag, 17. Mai 2015

Rainbowflash- blogparade

In diesem Jahr hat Sigrid Frings auf Facebook alle Blogger aufgerufen, am internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie die blogs mit Luftballons zu füllen.
Natürlich bin ich gern dabei, denn bereits im letzten Jahr gab es so schöne Bilder, dass ich hoffe, diesmal werden es noch viel mehr.
Leider habe ich es nicht geschafft, im Vorfeld Luftballons steigen zu lassen und im Moment befinde ich mich auch gerade im Urlaub. Aber ich habe trotzdem zwei schöne Bilder für euch...
Außerdem bin ich heute (zumindest wenn alles so klappt, wie ich es mir erhoffe) in Warnemünde und lasse dort einen echten Luftballon in den Himmel steigen.
Ich hoffe, dass ganz viele Luftballon den Weg ins Netz finden, um allen zu zeigen, wie wunderbar bunt unsere Welt ist.
Vielfalt ist ein großartiges Privileg, das wir uns von niemanden nehmen lassen dürfen.


Mittwoch, 13. Mai 2015

Aus dem Nähkästchen eines verirrten Schreiberlings

Große Ereignisse werfen ja bekanntlich ihre Schatten voraus. Ich weiß nicht... vermutlich ist es gar kein großes Ereignis, aber ich kann es irgendwie kaum noch aushalten und deshalb muss ich endlich ein bisschen über mein neues und auch für mich recht überraschendes Projekt plaudern.
Es ist schon ein paar Monate her, als mir die Idee kam. Aber da war sie nur ganz schwach und klein. Perfekt, um darauf zu vertrauen, dass sie einfach wieder verschwinden würde. Das passiert mir öfter. Manchmal tauchen Geschichten in meinem Kopf auf, die mich für einen kurzen Moment gefangen nehmen und dann verschwinden, noch ehe ich auch nur ein Wort aufgeschrieben habe. Oder ich versuche zu schreiben und merke schon nach wenigen Zeilen, dass da kein Funke überspringt. Das kommt vor und ich finde es nicht tragisch, denn es gibt eben auch das Gegenteil.
Ehrlich gesagt, so krass wie in diesem Fall ist es mir schon lange nicht mehr ergangen (vermutlich bei "Willst du ein Eis?" zum letzten Mal)
Versteht mich nicht falsch, ich liebe es, Geschichten aufzuschreiben und mit verschiedenen Charakteren zu spielen, aber für gewöhnlich brauche ich ein bisschen länger oder lasse mich auch gern durch andere kleine Projekte ablenken.
Eigentlich war der Mai für zwei andere Geschichten gedacht. Schließlich sollte am Ende des Monats der zweiten Teil meiner "Alles Liebe" Serie herauskommen. Da dreht sich alles um Kühe. Ich habe auch schon brav angefangen und war voller Hoffnung, dass meine Pläne endlich mal funktionieren. Aber ich wäre wohl nicht ich und an dieser Stelle sitze ich am Laptop und seufze tief. Obwohl ich auch das Grinsen nicht aus meinem Gesicht bekomme. Das mache ich in den letzten Tagen so viel, dass ich mich schon vor Krämpfen in der Gesichtsmuskulatur fürchte.
Ich weiß also nicht genau, was passiert ist, aber plötzlich war sie da. Von klein und schwach keine Spur. Groß und übermächtig trifft es wohl eher. Am 1.Mai habe ich es gerade noch geschafft, das familiäre Pflichtprogramm hinter mich zu bringen, ehe ich meine Familie quasi in die Wüste schicken musste, um mich an den Laptop zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass es zwar dringend, aber eben auch nur eine kurze Sache werden würde. 10.000 maximal 20.000 Wörter. So schnell wie sich die Seiten gefüllt haben, hatte ich auch keinen Zweifel daran, dass ich meinen ursprünglichen Plan noch einhalten würde. Nach 13 Tagen, 41.000 Wörtern und 12 Kapiteln ist das Ende zwar in Sicht, aber noch mindestens 4-5 Kapitel entfernt. So war der Plan aber nun wirklich nicht.
Und trotzdem, ich war schon lange nicht mehr so aufgeregt, fasziniert, unsicher und gleichzeitig absolut sicher, so verliebt und enthusiastisch. Ich möchte allen von meinem neuen Baby erzählen und es gleichzeitig absolut geheim und für mich behalten.
Es ist neu und fremdartig, vermutlich wird es nur eine handvoll Leser begeistern (wenn überhaupt). Zum ersten Mal schreibe ich Fantasy. Urban Fantasy, obendrein in einer fremden Erzählform. Alles neu! (Oh, da passt ja sogar der Spruch mit dem Mai!)
Ich gebe zu, dass ich keine Ahnung von Fantasy habe. Ich bin in dieser Hinsicht nur schwer zu begeistern... Nach Harry Potter gab es nichts, was mich wirklich berührt hat und selbst da mag ich die letzten Teile nur noch bedingt.
Ich stehe nicht auf epische Schlachten, denn unsere Realität ist voll davon. Drachen, Vampire, Werwölfe und andere Gestaltwandler werdet ihr auch nicht in meiner Geschichte finden. Keine sprechenden Tiere, böse Hexenmeister oder andere dunkle Gestalten, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen... Okay... da bleibt ja nicht mehr viel Fantasy übrig.
Mein Gehirn hat mir zum Thema Fantasy folgendes eingeflüstert: Sei kitschig, romantisch, schreibe viel Sex, Szenen zum Schmunzeln, ein bisschen Drama und eine ganz besondere Konstellation... Hatte ich den Kitsch schon erwähnt? Hm, das klingt dann doch eher wie eine typische Geschichte von mir, oder? Na, so ganz kann wohl niemand aus seiner Haut.
Und selbst jetzt, wo ich den Text hier verfasse, sitzen auf meiner Schulter zwei Männer... ich glaube, es sind die Protagonisten höchstpersönlich, und reden auf mich ein. Mathis will, dass ich euch endlich verrate, worum es geht und Justus würde es gern noch ein bisschen für sich behalten. Er kann es nämlich ebenso wenig glauben wie ich. Aber leider ist nicht zu übersehen, was Mathis widerfahren ist.
In erster Linie geht es um Feuer und Liebe. Um eine große Liebe, eine, die stark sein muss, um Neues zu erschaffen. Und  um die Macht des Feuers, faszinierend, zerstörerisch und ebenfalls Leben erschaffend. Beides ist fest miteinander verbunden und die beiden Charaktere sind gerade auf dem Weg der Erkenntnis.
Meine eigene Erkenntnis: Diese Geschichte macht mir ungeheuer viel Spaß. Ich hoffe, dass auch die Leser so empfinden werden, auch wenn das grundsätzliche Thema wohl nicht jeden Geschmack treffen wird.
Und das Cover... ich liebe es. Es passt so perfekt zur Geschichte, dass ich es mir am liebsten ausdrucken und an die Wand hängen möchte.  Einen winzigkleinen Ausschnitt gönne ich euch an dieser Stelle.

Es ist ein Versuch, vermutlich stümperhaft für jeden Fantasyfan. Trotzdem hat die Geschichte regelrecht von mir Besitz ergriffen.
Die beiden scharren auf meiner Schulter mit den Füßen, wollen, dass ich aufhöre aus dem Nähkästchen zu plaudern und stattdessen weiterschreibe. Ich habe ihnen kaum etwas entgegenzusetzen.
Selbst die Tatsache, dass ich morgen ein paar Tage Urlaub machen will und die Taschen noch nicht gepackt sind, scheint niemanden zu interessieren.
Deshalb beende ich meine kleine Schwärmerei an dieser Stelle und hoffe, ich habe euch ein bisschen neugerig gemacht. Der Plan sagt Mitte Juni, aber ich würde mich da selbst nicht drauf verlassen.



Samstag, 2. Mai 2015

Positiver Sommer, Hitze und Herzglühen

Der neue Band der HomoSchmuddelNudeln ist seit gestern bei Amazon erhältlich.
Diesmal gibt es für Euch eine Menge Lesestoff. Viele tolle Autoren haben mitgeholfen, den Sommerband zu füllen, sodass es am Ende 21 Geschichten voller Liebe, Spannung und  Hitze, aber auch Herzschmerz und  HIV geworden sind. Ich freue mich, ein Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft zu sein.
Wie immer geht der gesamte Erlös an den Orden der Schwestern der Perpetuellen Indulgenz- Haus Sankta Melitta Iuvensis e.V.
Also gönnt euch dieses besondere Lesevergnügen und tut ganz nebenbei noch etwas Gutes, damit die Schwestern Gutes tun können.

Meine Geschichte heißt "Eigene Wege" und ich dachte mir, ich lasse mal eine kleine Leseprobe für euch hier: 

Karo Stein - Eigene Wege

Ich kann nicht schlafen, obwohl Karstens gleichmäßige Atemgeräusche mich bisher immer in den Schlaf gebracht haben. Stattdessen beobachte ich den Himmel, an dem sich abzeichnet, dass die Nacht allmählich vor dem Morgen zurückweicht.
Das Bett steht direkt unter dem großen Dachfenster. Man hat einen fantastischen Blick. Manchmal öffnen wir das Fenster, während wir noch im Bett liegen und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen... Dann halten wir uns an den Händen, schließen die Augen und genießen den leichten Wind, der über unsere Haut streift und die wärmenden Strahlen, die ein seltsames Prickeln verursachen. Ich liebe diese Momente, in denen es nur uns gibt, wenn ich mich Karsten so nah fühle. Wir haben das sogar schon im Winter gemacht, dann allerdings mit der Decke bis zur Nasenspitze, während wir uns gegenseitig als Weichei beschimpft haben.
Grinsend betrachte ich den schlafenden Mann neben mir, werfe einen kurzen Blick auf die Uhr und lege mich seufzend zurück. Es ist noch viel zu früh, um ihn zu wecken. Ich beneide Karsten um seinen Schlaf und frage mich, wieso ich mit dem verdammten Grübeln nicht aufhören kann.
Ich starre wieder nach oben und mir wird bewusst, dass ich noch nie so deutlich erlebt habe, wie ein neuer Tag heranbricht. Zuerst schien es, als würde es noch dunkler werden, dann wurde der schmale Streifen Licht am Horizont breiter und drängte die Nacht endgültig zurück. Ein leuchtendes Orange ließ alles surreal erscheinen. Inzwischen bahnt sich die Sonne, ohne Gegenwehr zu dulden, ihren Weg und verwandelt den Himmel in ein sattes Blau. Es wird sicherlich wieder ein heißer Sommertag. Eigentlich sollte ich mich aufrichten und das Fenster öffnen, solange die Luft noch frisch ist. Aber ich will Karsten nicht wecken, unter normalen Umständen würde ich schließlich selbst noch schlafen.
Seit einigen Wochen bin ich unausgeglichen und mir selbst fremd. In meinem Kopf laufen die Gedanken Amok und ich weiß nicht, was ich dagegen tun kann. Das seltsame Gefühl in meinem Bauch geht nicht weg. Ich ärgere mich über meine eigen Unzufriedenheit, für die es doch gar keinen Grund gibt. Es ist beinahe so perfekt, dass es mir Angst macht. Mein Leben könnte nicht besser sein. Alles ist genauso, wie ich es mir vorgestellt habe, wie wir es uns wünschen. Oder etwa nicht?
Wir sind seit fast zwei Jahren zusammen und es ist so unglaublich, dass sich dieser Mann ausgerechnet für mich interessiert hat. Ich kann mein Glück kaum fassen, aber vor allem ist es immer noch ein Wunder, dass wir so gut zusammenpassen. Wir begehren und streiten uns, können über alles reden, miteinander schweigen. Wir haben Spaß, lachen viel und teilen auch leise Moment miteinander. Was hat sich in den letzten Wochen geändert? Ich kenne die Antwort nicht genau, aber ich weiß, dass da etwas tief in mir ist, das mir den Schlaf raubt, mich mürrisch und unausgeglichen macht.
Karstens Arm legt sich schwer auf meinen Bauch. Die Wärme verursacht ein angenehmes Kribbeln. Ich lege eine Hand auf seine weiche Haut, genieße das vertraute Gefühl und kann ein leises Seufzen nicht verhindern. Karsten packt mich, zieht mich dicht an sich heran und vergräbt sein Gesicht an meinem Hals.
Morgen“, nuschelt er verschlafen und küsst die empfindliche Haut. Ich bekomme eine Gänsehaut und seufze erneut.
Ich bin vollkommen erschlagen“, brummt Karsten und richtet sich ein Stück auf. „Wie spät ist es denn und wieso bist du schon wach?“ Er sieht mich erstaunt an, dann wandert sein Blick zum Wecker und mit einem lauten Stöhnen wirft er sich wieder in die Kissen. Karsten sagt irgendetwas, das wie viel zu früh klingt und sein Arm zieht mich noch ein Stück näher heran. Ich kuschle mich an ihn und fahre mit einer Hand die deutlichen Linien seiner Rückenmuskeln nach. Er brummt behaglich, während mein Herz hart gegen die Rippen schlägt und das flaue Gefühl im Magen einfach nicht verschwinden will.
Wenn ich nur wüsste, was sich geändert hat. Eins weiß ich jedoch genau, es liegt nicht an Karsten, irgendwas in mir ist... seltsam.