Dienstag, 27. September 2016

Kitsch und liebevoll gehütete Erinnerungen

Heute sind die ersten Messe- und Conventiongoodies angekommen.
Ich gerate bei solchen Lieferungen ja immer in Verzückung, reiße das Päckchen auf, als wäre es vom Weihnachtsmann persönlich und begutachte alles andächtig und mit einem viel zu breiten Lächeln. Ich gebe zu, dass ich darauf stehe. Natürlich nicht nur auf meine eigenen Sachen, denn ich bin eine echte Sammlerin.
Für Buttons mache ich alles *lach* Na ja, vielleicht nicht alles, aber ich habe festgestellt, dass die Leidenschaft, die ich in meiner Jugend gepflegt habe, nun wieder ausbricht und ich liebe es.
Außerdem nehme ich mir gern überall, wo ich bin, Flyer oder anderes Werbematerial mit.
Ich habe mir so ein kleines Kästchen zugelegt, das mittlerweile bereits aus allen Nähten platzt. Hin und wieder schaue ich hinein und schwelge in Erinnerungen an Messen, Treffen und andere Veranstaltungen. Ja, ich liebe meinen Kitsch und ich möchte ihn um nichts auf der Welt hergeben. Vielleicht habt ihr Lust einen Blick hineinzuwerfen.

Das ist meine Box: 
Bei dem Kampagnenaufkleber von "Ich weiss, was ich tu" muss ich immer an meine Söhne denken. Es ist schon eine ganze Weile her, da habe ich auch ein Basecap mit dem Spruch bekommen. Ich habe es eigentlich auch nur als eine Art Erinnerung mitgenommen und mit keiner Silbe daran gedacht, dass die Jungs die Kappe aufsetzen wollen. Der Große fand den Spruch so cool (ganz ohne Hintergrund, er war vielleicht zehn) Und natürlich wollte der Kleine dann auch, also hat mein Mann kurzerhand auf ein neutrales Basecap einen Aufkleber geklebt. Die Jungs waren zufrieden und es hat auch eine ganze Weile gehalten.

Meine Schätze, ein bisschen sortiert: 

Alles rund um die HomoSchmuddelNudeln und den Orden der Schwestern der perpetuellen Indulgenz Berlin
 Sticker, Sticker, Sticker
Da geht es mir wie mit den Buttons, allerdings klebe sie wirklich nicht gern irgendwo drauf *gg* (lieber sammeln und angucken)

 Kleckse von Rigor Mortis/Michaela Görg
Ich mag die lustigen Kleckse, die mich immer fröhlich stimmen. Außerdem stehen sie in einer besonderen Verbindung mit der ersten Buchmesse in Berlin. Ich schätze, wa waren wir alle total verkleckst.







Die Kuschelgang hat auch schon einiges an Werbematerial hervorgebracht. Eine Tasse und das Kissen (nicht auf dem Bild)  hat mein jüngster Sohn für sich in Anspruch genommen. Als ich den Kissenbezug vor ein paar Tagen gewaschen habe, war er ganz pikiert.


Jede Menge Lesezeichen. Ich schreibe jetzt mal nicht, dass ich die Dinger liebe. Natürlich brauche ich keine Bücher dazu, ich mag sie einfach nur gern anschauen. Einige Bücher habe ich allerdings tatsächlich im Regal stehen.








Dazu noch ein paar Signierkarten, manche mit Widmung.

 Allerlei Infomaterial (man weiß ja nie, zu welchem Thema so ein Plotbunny mal angehüpft kommt)

Dies und das.







Hier wird es ein bisschen sündig. Ich finde die Sprüche auf den Gummis genial und die anderen natürlich auch.











Und zum Schluss sind hier noch einige meiner eigenen Karten, die ich im Laufe der Zeit mehr oder weniger gut erstellt habe. Fällt euch die Karte in der Mitte auf? Irgendwann hatte ich mal den festen Willen "Arabische Nächte" als Buch herauszubringe und habe ganz stümperhaft eine Art Cover gebastelt. Nun ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vielleicht erscheint die Geschichte wirklich irgendwann mal. 

Dann gibt es auch noch einige Postkarten von Lesern und kleine wundervolle Geschenke. Diese Sachen befinden sich jedoch nicht in dieser Kiste, aber natürlich hebe ich auch diese Dinge auf und erfreue mich daran.

Habt ihr auch einen Platz, an dem ihr eure Schätze aufbewahrt oder ist euch so eine Sammelleidenschaft vollkommen fremd?



Montag, 19. September 2016

Happy News!

Ich weiß nicht, ob ihr es alle bereits mitbekommen habt. Im Rahmen der Buch Berlin vom 19. bis 20. November findet auch eine Queer Convention statt. Beide Veranstaltungen sind im Hotel Estrel Berlin.

Die Buch Berlin ist eine Messe, auf die ich mich immer wieder freue. Obwohl ich in diesem Jahr einen kurzen Anfall von Zweifeln hatte, wie es mit mir weitergehen soll, bin ich jetzt wieder ganz bei mir und freue mich auf die Zeit in Berlin.
In diesem Jahr wird zum ersten Mal auch der Cursed Verlag dabei sein, sodass ihr mich mit Sicherheit dort am Stand treffen werdet. Genauere Informationen gebe ich natürlich noch bekannt.

Vor drei Jahren war die Messe noch winzig, aber das Gefühl so viele Autoren queerer Literatur zu treffen und mit den meisten im gleichen Hotel zu wohnen war wirklich unbeschreiblich schön.
Nun kommt auch noch eine Convention hinzu. Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich noch nie an so einem Ereignis teilgenommen habe.... absolutes Neuland für mich.
Trotzdem bin ich sozusagen ins kalte Wasser gesprungen  und habe mich als Sponsor daran beteiligt. Nun besitze ich sogar ein wunderschönes Logo, das Caro Sodar für mich gezaubert hat.
Eigentlich war ich mir immer ziemlich sicher, dass ich so etwas nicht brauche, aber irgendwie ist es auch cool. Mit Sicherheit wird es nicht ständig und überall auftauchen, aber so ein bisschen werde ich schon damit "angeben".
Einmal abgesehen von dieser Sponsorensache, werde ich auch noch anderweitig bei der Con in Erscheinung treten. Auch hier wird es bald mehr Neuigkeiten geben.

Ich lade euch also hiermit ganz ausdrücklich ein, zur Queer Convention zu kommen. Die Eintrittskarten könnt ihr direkt dort auf der Webseite (siehe Link) bestellen und euch über ein gut gefülltes Con Bag freuen.

Ich hoffe, es wird eine richtig coole Sache und ich freue mich darauf, viele von euch dort und/oder auf der Messe zu treffen. Ein neues Buch wird es bis dahin ebenfalls von mir geben.

Für mehr Informationen zu beiden Veranstaltungen besucht die Webseiten oder Facebook.  

Freitag, 9. September 2016

Halleluja, Glitzer und positive Energie

Für gewöhnlich bin ich nicht sehr spirituell, auch nicht besonders gläubig oder in irgendeiner Form religiös.
Die letzten Wochen haben mir jedoch gezeigt, dass man sich recht schnell verlieren, aber ebenso aufgefangen werden kann.
Ich schätze, manchmal muss man die Augen einfach nur aufmachen und darauf vertrauen, dass es ziemlich viele gute Dinge gibt. Ein bisschen Mut gehört natürlich auch dazu, sich selbst zu erkennen und einfach mal zu hinterfragen, was man eigentlich möchte und wohin der Weg führen soll.
Die Erkenntnis, dass ich mich selbst gar nicht mehr gespürt habe, war ein wenig schmerzhaft, aber mit ihr kam schließlich auch meine Begeisterung zurück und die Tatsache, dass ich ziemlich viel von dem habe, was mich glücklich macht.
Die Sicht zu verschieben und sich daran zu erinnern, was gut ist, ist beinahe eine reinigende Erfahrung. Es bleibt also dabei: Karo Stein ist bunt, schreibt schwulen Kitsch und hin und wieder wird sie irgendwo auftauchen und mitmischen. Sei es in einer Klosterschule, um über safer Sex zu quatschen oder bei einem schnellen und spontanen Abstecher nach Berlin.

Ich weiß nicht genau, was es ist, aber die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz ziehen mich magisch an, beeindrucken und inspirieren mich immer wieder aufs Neue. Zum 25- jährigen Bestehen gab es eine Conklave, an der Schwestern weltweit teilgenommen haben. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und habe es sehr genossen, einige Stunden mit ihnen zu verbringen.
Ich konnte den Glitzer und die Energie spüren und das ist etwas, was ich regelrecht eingesaugt habe. Dabei habe ich mich ganz allein auf den Weg gemacht. Eine Pilgerfahrt, wenn man so will.
Allein nach Berlin, allein im Hotel, allein durch Berlin ... Erst am späten Mittwochnachmittag hatte ich eine wundervolle Verabredung mit Caro Sodar, bei dem auch kurz Bernd aufgetaucht ist. Am Donnerstag habe ich Mia Grieg zum Mittag getroffen. So einen riesigen Burger habe ich noch nie gegessen!

Dazwischen bin ich mit den Schwestern herumgezogen, habe mit ihnen gepicknickt, bin Bus gefahren und habe an der Stele gegen das Vergessen die wunderbaren Zeremonien verfolgt. Leider war der Verkehr so laut, dass es nicht einfach war, die Worte zu verstehen, aber vielleicht war es auch gar nicht nötig, denn die Bilder haben allein gesprochen. Es war, als würde der Himmel glitzern. In Gedanken habe ich die Arme ausgebreitet und mich gedreht, um möglichst viel davon aufzunehmen. Vielleicht bin ich doch ein klein wenig spirituell.



Die Auswirkungen der positiven Energien haben sich anscheinend gleich am Donnerstagmorgen bemerkbar gemacht, denn ich bekam einen Anruf, dass ich auch in diesem Jahr wieder zum Weltaidstag am Gymnasium lesen darf. Ich habe vor Glück im Zimmer getanzt, hatte auch wirklich viel Platz in meinem Einzelzimmer.

Danach habe ich mich auf den Weg gemacht, endlich etwas zu tun, das ich mir schon so lange vorgenommen habe. Ich habe einen kleinen Blumentopf gekauft (künstlich, weil er dann vielleicht ein bisschen länger hält) und habe mich auf den Weg in den Tiergarten gemacht, um die Blumen am Denkmal für die ermordeten Homosexuellen in der NS-Zeit hinzustellen. Auch wenn es nur ein verdammt grauer Klotz ist, der sein wunderbarer Geheimnis (zwei sich küssende Männer) erst offenbart, wenn man quasi mit der Nase an der dunklen Scheibe klebt, so ist das Gefühl doch ähnlich bedrückend, wie wenn man durch das Feld mit den Stelen für die ermordeten Juden geht (das sich im Übrigen quasi direkt gegenüber befindet)


Ich hatte zwei schöne Tage voller Sonnenschein und die Gewissheit, dass es tatsächlich so ist: Ich bin gern unter Menschen, besonders gern mit Leuten zusammen, die mir etwas bedeuten, aber ich kann auch gut eine gewisse Zeit allein verbringen, Dinge nur für mich machen und Spaß haben.
Seit die Schwestern voller Leidenschaft am Brandenburger Tor "I will follow him" gesungen habe, ist es sozusagen ein beständiger Ohrwurm, der auch beim Schreiben dieser Zeilen durch meinen Kopf geistert.
Ein Halleluja an die wunderbaren Schwestern für ihre großartige Arbeit, für dieses besondere Gefühl, dass sie auslösen und all die Energie und Leidenschaft, die sie an ihre Umgebung weitergeben.
Wer mehr über die Schwestern und ihre Arbeit erfahren möchte: OSPI
Für Spenden sind sie stets dankbar, denn sie unterstützen viele wichtige Projekte rund um HIV und Aids. Gern könnt ihr auch die Bücher der HomoSchmuddelNudeln kaufen oder mal bei Max von Rüßt zu Taufenstein auf FB vorbeischauen.