Dienstag, 12. Dezember 2017

Das 12. Türchen

Hinter dem heutigen Türchen verbirgt sich noch einmal ein Schnipsel einer alten Weihnachtsgeschichte aus dem Jahr 2011.
Ich glaube, es war die erste Weihnachtsblogaktion, die ich gestartet habe.
Ich mag dieses "Mitmachding" ja unglaublich gern. Lustige Herausforderungen und Schreiben nach Vorgaben sind Aufgaben, denen ich mich immer wieder mal stelle.
Es ist spannend, natürlich auch anstrengend, aber vor allem interessant, weil die Vorstellungen meistens ganz anders sind, als die Umsetzung.
Damals ging es darum, das Alphabet mit weihnachtlichen Wörtern zu füllen. Ich habe daraus eine Geschichte mit 24 Kapitel gemacht, die die entsprechenden Worte beeinhaltete. Sie dienten auch gleich als Überschriften. Also so was wie C wie Clementinen. M wie Marzipanherzen oder Z wie Zucker und Zimt.
Wenig kreativ heißt die Geschichte "Quer durchs Alphabet ins Glück". Unter dem Label QdAiG findet ihr die Kapitel.

Ihr kennt mich ... schon oft habe ich darüber nachgedacht, die Story aus der Versenkung zu holen, sie zu überarbeiten und ein richtiges Buch daraus zu machen. Dann musste ich feststellen, dass ich die Originaldatei nicht mehr finden kann. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, die einzelnen Kapitel aus dem blog herunterzuladen ujnd wieder zu einer Geschichte zusammenzufügen.
Na ja, vielleicht schaffe ich es noch irgendwann.
Wer die Story lesen will, braucht also ein bisschen Geduld, muss sich unter dem Label erst einmal bis zum ersten Kapitel zurückarbeiten und dann wieder vorwärts ... Vermutlich wird es kein richtiges Vergnügen. Trotzdem habe ich einen kleinen Ausschnitt aus dem ersten Kapitel für euch:

Anissterne und Alkohol

„Mach schon, Anton! Wir kommen noch zu spät!“,  nörgelt Jenny und ich beschleunige seufzend meine Schritte.
„Wie riecht es denn hier?“, frage ich und ziehe die Luft geräuschvoll ein. Das ist nicht mehr der muffige Schulgeruch, das riecht nach …
„Toll, was? So weihnachtlich!“, antwortet sie schwärmerisch.
„Weihnachtlich?“, erwidere ich nachdenklich. Nein, dieser Geruch erinnert mich nicht an Weihnachten, sondern an  die Vorweihnachtsparty, viel zu viel Alkohol, Totalabsturz und die Flucht aus einer fremden Wohnung, in der ich mich, einmal abgesehen von einer graugetigerten Katze allein befand. Auch nach fast zwei Wochen kann ich mich nicht erinnern, mit wem ich da mitgegangen bin und Micha weiß es auch nicht. Der war nämlich genau so besoffen … 
Da lag nur ein Zettel auf dem Nachtisch, das derjenige zur Arbeit muss, er die Nacht sehr genossen hat und ich die Tür hinter mir zuziehen soll. 
So sehr ich mich auch bemühe, da ist einfach nichts . Ein großes schwarzes Loch, das all meine Erinnerungen verschluckt hat. Nur eines war klar. Wir hatten Sex. Sex, der wohl nicht gerade zärtlich abgelaufen war, denn mein Hintern tat auch zwei Tage später noch weh und so empfindlich bin ich eigentlich nicht …
 Ach, verdammt, wie komme ich denn an diesem Ort auf Sexgedanken? Richtig! Dieser Geruch! Da kommen keine weihnachtlichen Assoziationen, es riecht nach Ouzo … Mir wird schlecht! Himmel, das Zeug hat mich so besoffen gemacht und jetzt verursacht es eine unglaubliche Übelkeit.
„Jenny, mir ist schlecht!“, rufe ich und hoffe einen Moment lang, dass ich vielleicht doch noch um das Basteln herumkomme.
„Schlecht? Wieso ist dir denn schlecht? Wenn das ein Trick ist, um dich zu drücken, dann ist das wirklich erbärmlich von dir!“
„Es riecht nach Ouzo … davon hatte ich auf der letzten Party eindeutig zu viel!“, jammere ich und sehe sie mitleidheischend an.
„Die Party, auf der du in einem fremden Bett aufgewacht bist und keinerlei Erinnerungen mehr hast?“, fragt sie und sieht mich grinsend an. Ich kann nur nicken und Jenny fängt an zu lachen.
„Keine Sorge, hier gibt es keinen Ouzo. Das riecht nach Anis!“ Soll mich das etwas aufbauen?
Nun stehen wir vor der Tür und können gedämpfte Stimmen und Weihnachtsmusik hören.
„Bereit?“, fragt sie lachend und ich zucke mit den Schultern. Was soll ich dazu auch sagen? Ich habe eh keine Chance, denn schon öffnet sie die Tür und etliche Augenpaare sind auf uns gerichtet. Das ist mir allerdings egal, denn der Anisgeruch nimmt noch um einiges zu und für einen Moment habe ich wirklich das Gefühl mich übergeben zu müssen. Das fängt ja ganz großartig an! Wie soll ich mit diesem flauen Gefühl im Magen nur den Abend überleben? Aber zum Nachdenken bleibt  mir keine Zeit, denn Jenny hat meine Hand ergriffen und zieht mich in den Raum. Wir grüßen nach rechts und links, lassen uns dann an einem der Tische nieder, an dem noch zwei Plätze frei sind. Auf dem Tisch stehen verschiedene Kisten und in einer sind die Anissterne … direkt vor meiner Nase. Ich schiebe sie angewidert ein Stück von mir weg. In den anderen Kisten sind Zapfen, Bucheckern und noch allerlei anderes Zeug.
„Schön, dass ihr auch kommen konntet“, werden wir von einem Mann angesprochen. Jenny reicht ihm lächelnd die Hand. „Das machen wir doch gern!“ Ihre Stimme hat einen einschmeichelnden Tonfall angenommen und sie lächelt … irgendwie künstlich. Dann wendet sie sich an mich, immer noch mit diesem komischen Lächeln im Gesicht: „Das ist übrigens Brunos Vater, Anton Schreiber. Anton, das ist Brunos Lehrer für Gestalten und Deutsch, Frank Lehmann.“ Ich reiche ihm automatisch die Hand und zucke dann zurück als sich unsere Blicke treffen. Er mustert mich … irgendwie erstaunt ...  Scheint einen Moment um seine Fassung zu kämpfen und auch ich verspüre so ein merkwürdiges Gefühl in mir … als ...als würden wir uns kennen. Aber als sich unsere Hände lösen, ist das Gefühl wieder verschwunden.
 „Freut mich, dich kennenzulernen! Bruno hat schon viel von dir erzählt“, sagt er und erst jetzt fällt mir auf, dass er eine ziemlich angenehme Stimme hat. Ich sehe ihn fragend an, lächle einfach nur, denn im Moment fällt mir nichts Adäquates ein. Aus irgendeinem Grund ist mein Kopf leer oder vielleicht auch nur von dem Anisgeruch ganz vernebelt.
„Also gut, dann wollen wir mal anfangen ...“, sagt er und klatscht in die Hände. Die Gespräche rund um uns hören auf und es herrschte augenblicklich ein gespanntes Schweigen.
Als er an mir vorbei geht, löst sein Parfüm zusammen mit dem Geruch der Anissterne ein eigenartiges Kribbeln aus...
 
 ***
Hier ist der Link zum ersten Kapitel Quer durchs Alphabet ins Glück
Es ist vermutlich jedoch leichter mit dem Label QdAiG alle Kapitel zu finden.  


Montag, 11. Dezember 2017

Das elfte Türchen

Heute gibt es noch einen kleinen Bericht von mir. Es ist ja schon beinahe so etwas wie eine Tradition, dass ich euch von der Schullesung erzähle. Deshalb werde ich auch in diesem Jahr nicht darauf verzichten.
Heute vor einer Woche habe ich mich wieder auf den Weg ins Gymnasium gemacht. Wie immer war ich furchtbar aufgeregt und konnte in der Nacht davor kaum schlafen.
Auch wenn es bereits meine vierte Schullesung war, kann von Routine keine Rede sein. Es ist schließlich nur einmal im Jahr und es sind immer andere Schüler. Es gibt also nichts, worauf ich mich gewissermaßen einstellen kann. Das macht es natürlich auch ganz besonders und eben heftig spannend.
Aber auch in diesem Jahr lief es super gut und hat viel Spaß gemacht.
Zu behaupten, dass die Aufregung verfliegt, sobald in anfange, wäre gelogen. Gerade die erste Lesung stresst mich immer heftig. Da treibt mir die Nervosität den Schweiß aus den Poren und mein sorgsam gestaltetes Make up geht zum Teufel.
Es ist ja nicht allein das Vorlesen. Ich erzähle im Vorfeld immer ein bisschen über den Weltaidstag, über HIV und Aids, Schutz, Ansteckung ... eben alles was dazu gehört und was ich weiß.
Letztendlich ist alles rund um Sexualität nicht ganz einfach für Jugendliche in diesem Alter. Jetzt weiß ich das sogar noch besser, denn meine eigenen Söhne sind ebenso jung. Trotzdem mache ich das auch gern und finde die Reaktionen, auch wenn sie meist verhalten sind, immer wieder spannend. Es ist natürlich toll, wenn die Jugendlichen mit mir reden, aber ich erwarte es nicht grundsätzlich. Ich hoffe einfach darauf, dass sie mir ein bisschen zuhören und vielleicht das ein oder andere begreifen und für sich selbst mitnehmen. Das ist sozusagen der einzige Anspruch, den ich habe.
Vier Lesungen sind in jedem Fall anstrengend. Vier mal das gleiche erzählen, dieselben Textstellen vorlesen, die gleichen Fragen stellen und Erklärungen geben. Bei der letzten Einheit fallen dann auch gewisse Ausfallerscheinungen auf *lach*
Einmal abgesehen von den Schülern, hatte ich in diesem Jahr ein besonderes Erlebnis mit einer Lehrerin. Wir haben uns nach der Lesung ein bisschen unterhalten und sie fragte, wie oft ich diese Lesung denn halte. Als ich ihr sagte, dass ich das genau einmal im Jahr mache, war sie sichtlich verblüfft und sagte mir, dass ich sehr professionell wirke und die Klasse gut im Griff gehabt hätte. Das wiederum hat mich erstaunt, denn ich mache ja eigentlich gar nichts und bin nur froh, wenn alle einigermaßen still sind. Sie meinte, die Jugendlichen hätten interessiert zugehört und das schaffen manche Pädagogen mit jahrerlanger Berufserfahrung nicht ...
Puhh, von dieser Sekunde an bin ich einige Zentimeter über dem Boden geschwebt und bekam auch ein leicht debiles Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Eigentlich habe ich es ja nicht so mit dem Gelobtwerden und darüber berichten, aber ich ... ich habe mich echt riesig gefreut und es hat mich verdammt glücklich gemacht. Natürlich bekomme ich immer mal ein Feedback, aber das war so direkt und unmittelbar und kam so unerwartet ... Vermutlich schwebe ich immer noch ein Stück.
Auf jeden Fall ist der Vorsatz, ein neues Jugendbuch zu schreiben, wieder sehr akut geworden. Die Idee schwirrt mir ja schon beinahe ein Jahr im Kopf herum, aber da fehlt immer noch so ein kleines Stück, um sie auch umzusetzen. Ich hoffe, 2018 wird es mir gelingen.
Es war trotz aller Anstrengung ein großartiger Tag und ich freue mich, dass ich immer wieder an den Veranstaltungen zum Weltaidstag am Gymnasium teilnehmen darf. 
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Und hier kommt der Gewinner des USB-Sticks mit den Geschichten von Sitala Helki: 

Ketin 
Herzlichen Glückwunsch!

Außerdem habe ich mein Buch "Willst du ein Eis?" noch einmal neu verlost, da sich die Gewinnerin bisher nicht gemeldet hat: 

Constanze Schmidt
Herzlichen Glückwunsch!
Bitte schickt eure Adressen an kath74@gmx.de



Sonntag, 10. Dezember 2017

Das zehnte Türchen

Und schon ist der zweite Advent! Unglaublich, noch zwei Wochen bis Heiligabend.
Ich wünsche euch einen wunderbaren Sonntag mit Kerzenschein und Plätzchen.
Dazu gibt es den zweiten Teil von Sitala Helki´s Geschichte "Auf Umwegen"
Außerdem hat die Autorin mir einen ganz besonderen Gewinn für euch zur Verfügung gestellt.
Unter allen, die einen Kommentar unter diesen Post schreiben, verlose ich (wir) einen USB-Stick mit drei großartigen Büchern.

Ich wünsche euch ganz viel Glück und natürlich auch viel Spaß beim Lesen!